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Romanrezension Wolf Schröder : Leichter Menschenaffengeruch

  • -Aktualisiert am

Nicht von schlechten Eltern: Wolf Christian Schröders Roman „Fünf Minuten vor Erschaffung der Welt“ zitiert Kafka und Hölderlin und erinnert an Robert Walser.

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          Der von Kafka bewunderte Robert Walser hat einen Nachfolger gefunden. Ob Wolf Christian Schröder auch ein würdiger Nachfolger des literarischen Geheimtipps und Schweizer Sonderlings ist, muss sich erst noch zeigen, aber dafür spricht, dass „Fünf Minuten vor Erschaffung der Welt“, soeben erschienen in der Berliner PalmArtPress, dieselben Stärken und Schwächen hat wie Robert Walsers Romane, etwa „Geschwister Tanner“ oder „Jakob von Gunten“: eine an den Haaren herbeigezogene hanebüchene Handlung, die jedem Realismus Hohn spricht, ein sich selbst bemitleidender Held, der nicht weiß, was er will, und sich, wenn überhaupt, falsch entscheidet. Dazu ein redundanter Stil, der Gefühle und Gedanken plattwalzt bis zum Gehtnichtmehr, aber trotzdem oder gerade deshalb einen Sog erzeugt, dessen hypnotischer Wirkung das Publikum gern erliegt.

          Worum geht es? „Fünf Minuten vor Erschaffung der Welt“ ist ein modernes Märchen, nein: eine postmoderne Version der Parabel von „Hans im Glück“, der einen Goldklumpen eintauscht gegen ein Pferd, eine Kuh, eine Gans und zuletzt nur noch einen Schleifstein besitzt, der in den Brunnen fällt.

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