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Krimibestenliste im April : Schlaflos in Willnot

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: James Sallis übernimmt die Spitze, gefolgt von Heinrich Steinfest, und vier Neuzugänge bereichern das Feld.

          1.

          James Sallis – Willnot
          Plazierung im Vormonat: 2

          „Willnot“, USA. Worauf verweisen die Signale des Lebens? Dorfarzt Lamar Hale sinniert. In einer Grube liegen mehrere Leichen. Ein lange Verschollener taucht auf, wird angeschossen. Ein begabter Junge verschwindet im Wald. Sallis gibt uns „Zeit, mal ernsthaft über Leben und Tod nachzudenken“.
          Aus dem Englischen von Jürgen Bürger und Kathrin Bielfeldt. Liebeskind, 224 Seiten, 20 Euro

          2.

          Heinrich Steinfest – Der schlaflose Cheng
          Plazierung im Vormonat: 4

          Wien, London, Island. Nach fast einer Dekade taucht Markus Cheng, einarmiger Privatdetektiv, Wiener Chinese, aus der Abwesenheit auf, um die Unschuld von Peter Polnitz, der deutschen Stimme des weltberühmten Schauspielers Wake, zu beweisen. Herrlich! Göttlich! Steinfest!
          Piper, 288 Seiten, 16 Euro.

          3.

          Sara Gran – Das Ende der Lügen
          Plazierung im Vormonat: 7

          New York, Oakland, Los Angeles. Ein Lincoln rammt Claire de Witt. Warum will sie wer töten? Die beste Detektivin der Welt rekapituliert auf der Suche nach dem größten Rätsel der Welt ihre Fälle, ihre Verstrickungen. Und findet eine verschollene Erzählung. Krimi als L’Art pour l’art. Wie bei Poe.
          Aus dem Englischen von Eva Bonné. Heyne, 348 Seiten, 16 Euro.

          4.

          Gary Victor – Im Namen des Katers
          Plazierung im Vormonat: 3

          Port-au-Prince, Haiti. In fünf Tagen wird der Dämon in seinem Arm Inspektor Azémar zwingen, eine Frau abzuschlachten. Zuvor muss er noch Kater Georges finden, hinter dem Gangster, Polizisten, Dealer her sind, und den Mörder der Katzen essenden Soro-Trinker fangen. Nur Haiti ist schlimmer dran.
          Aus dem Französischen von Peter Trier. Litradukt, 168 Seiten, 12 Euro.

          5.

          Attica Locke – Bluebird, Bluebird
          Plazierung im Vormonat: 1

          „Lark“. Texas-Ranger Darren Mathews, persönlich, beruflich und ehelich vor dem Aus, kämpft im Kaff „Lark“ wie ein Gentleman. Rassismus als Fluch, Irrsinn, paranoide Gewalt. Texas aus Sicht seiner schwarzen Mittelschicht – ein Heimatroman, wie er besser nicht sein kann. Bitter, wütend, glänzend komponiert.
          Aus dem Englischen von Susanna Mende. Polar, 330 Seiten, 20 Euro.

          6.

          Leonardo Padura – Die Durchlässigkeit der Zeit
          Plazierung im Vormonat: 8

          Havanna, Katalonien. Privatermittler Conde sucht die schwarze Madonna, die einem früheren Schulkameraden gestohlen wurde. Zeitumspannende Reise zu den Reichsten und zu den Ärmsten in Kuba, in die alte Geschichte von Glauben, Zweifel und Despotie. Padura ganz stark, ganz bei sich.
          Aus dem Spanischen von Hans-Joachim Hartstein. Unionsverlag, 440 Seiten, 24 Euro.

          7.

          Jonathan Robijn - Kongo Blues
          Plazierung im Vormonat: /

          Brüssel, Kongo, 1988. Morgan, schwarzer Jazzmusiker, Adoptivkind einer belgischen Oberklassenfamilie, rettet Simona am Neujahrstag vor dem Erfrieren. Mit unberührbarer Flatterhaftigkeit irritiert sie sein Leben, verschwindet wieder. Gelähmte Melancholie, Wunden kolonialer Herkunft. Starker Sound.
          Aus dem Flämischen von Jan-Frederik Bandel. Edition Nautilus, 176 Seiten, 16,90 Euro

          8.

          Melissa Scrivner Love - Lola
          Plazierung im Vormonat: /

          Los Angeles. Lola ist winzig, unscheinbar, in Backen eine Niete. Nur die Insider wissen, dass sie der Boss der aufstrebenden Latinogang „Crenshaw Six“ ist. Um Chef zu werden, hat sie ihren Lover umgebracht. Für Pflegekind Lucy und den Sieg riskiert Lola ihr Leben. Heiter und robust: tolles Debüt.
          Aus dem Englischen von Sven Koch und Andrea Stumpf. Suhrkamp, 392 Seiten, 14,95 Euro

          9.

          Don Winslow - Jahre des Jägers
          Plazierung im Vormonat: /

          Mexiko, Washington, DC. Kartellboss Adán Barrera ist tot. Die verwöhnten Söhne drängeln, morden sich an die Macht. Opioide verwüsten Tausende Leben. DEA-Chef Art Keller will den Geldhahn zudrehen. Damit gerät er ins Visier von Präsident Dennisons Clique. Alles über den Drogenkrieg, Teil drei.
          Aus dem Englischen von Conny Lösch.Droemer, 992 Seiten, 26 Euro

          10.

          Antonio Ortuño - Die Verschwundenen
          Plazierung im Vormonat: /

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
          Einen Newsletter zur Krimibestenliste mit ergänzenden Informationen zu den neuen Titeln können Sie unter www.togohlis.de/anmeldeseite abonnieren.

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