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Krimibestenliste im Januar : Mord im Haus der Schönheit

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

Hannelore Cayre setzt sich im neuen Jahr an die Spitze, Melba Escobars „Kosmetikerin“ springt auf Anhieb auf Platz zwei. Die Frankfurter Allgemeine und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis.

          2 Min.

          1.

          Hannelore Cayre - Die Alte
          Plazierung im Vormonat: 2

          Paris. Madame Portefeux übersetzt seit 25 Jahren Arabisch für die Polizei. Ihr Verdienst geht für das Altenheim der Mutter drauf. Als sie auf einen Berg Haschisch stößt, greift sie zu. Alle leben vom Drogenhandel – warum nicht sie? Nieder mit der Heuchelei, die Frechheit an die Macht!
          Aus dem Französischen von Iris Konopik.Ariadne im Argument-Verlag, 203 Seiten, 18 Euro.

          2.

          Melba Escobar - Die Kosmetikerin
          Plazierung im Vormonat: /

          Bogotá. Karen ist Spezialistin für Depilationen im „Haus der Schönheit“. Als eine siebzehnjährige Kundin tot aufgefunden wird, gerät Karen zwischen die Fronten: Hier reiche Politiker, da die Aufklärung fordernde Mutter. Des Mordes beschuldigt, steht die Kosmetikerin allein da. Noir unter Frauen.
          Aus dem Spanischen von Sybille Martin. Heyne, 320 Seiten, 9,99 Euro.

          3.

          Sarah Schulman - Trüb
          Plazierung im Vormonat: 9

          New York 2017. Suchtkranke verstehen was von Sucht. Maggie Terry nutzt ihre zweite Chance. Als Privatermittlerin eines Anwalts quält sich die Expolizistin, nach dem Entzug geschüttelt von Flashbacks und Versuchungen, ermittelnd zurück ins Soziale. Vereinsamt, verraten, in einer kranken Stadt.
          Aus dem Englischen von Else Laudan. Ariadne im Argument-Verlag, 270 Seiten, 20 Euro.

          4.

          Regina Nössler - Die Putzhilfe
          Plazierung im Vormonat: 5

          Senden, Berlin-Neukölln. Klassenwechsel: Die promovierte Soziologin Franziska lässt in der Münsterländer Provinz Mann und Haus hinter sich, taucht in Berlin unter und verdingt sich als Putzhilfe. Raffiniertes Spiel mit Krimi- und Sozialklischees. Ganz aus der Perspektive dreier verstörter Frauen.
          Konkursbuch, 402 Seiten, 12,90 Euro.

          5.

          John le Carré - Federball
          Plazierung im Vormonat: 1

          London. Nat und Ed, alternder Spion und radikal junger Remainer, ein wenig Vater und Sohn, bei 15 Badmintonspielen. MI6 und Bruderdienst CIA in Zeiten von Brexit und Trump: wenig Verstand, politisch konfus, dreist korrupt. Le Carré mit 88: liebenswürdig, klar, elegant. Verficht Jugendtraum Europa.
          Aus dem Englischen von Peter Torberg. Ullstein, 352 Seiten, 24 Euro.

          6.

          James Lee Burke - Mein Name ist Robicheaux
          Plazierung im Vormonat: 7

          New Iberia. Männerrivalität: Politiker Nightingale und Schriftsteller Broussard ringen um den wahren Süden, einer als Kandidat, einer als Filmemacher. Dazwischen Robicheaux, der nicht weiß, ob er im Suff den Mann umgebracht hat, der seine Frau tötete. Abgründe der Gewalt, vom Epiker aus Louisiana.
          Aus dem Englischen von Jürgen Bürger. Pendragon, 600 Seiten, 22 Euro.

          7.

          Norbert Horst - Bitterer Zorn
          Plazierung im Vormonat: 4

          Dortmund. Im Krieg zweier Clans wird ein Mädchen entführt. Ein junger Einbrecher ist auch verschwunden. Steiger behält im Dauerstress klaren Kopf und hat Ideen. Das Gesetz (des Handelns) halten andere in der Hand. Straßenrealistisch, seelengenau: Bei Norbert Horst wird Polizeialltag Literatur.
          Goldmann, 320 Seiten; 13 Euro.

          8.

          Simone Buchholz - Hotel Cartagena
          Plazierung im Vormonat: 8

          Hamburg, Cartagena. Henning ist der Seemann, der nie wieder nach Hamburg zurückkommen will. Sein Glück findet er im kolumbianischen Cartagena, sein Unglück auch, das kommt aus der Hansestadt. Chastity und Freunde werden Geiseln eines großen Racheakts. „Überall schwarze Löcher.“ Blow-out.
          Suhrkamp, 230 Seiten, 15,95 Euro

          9.

          Bernhard Aichner - Der Fund
          Plazierung im Vormonat: /

          Rita, seit achtzehn Jahren an der Supermarktkasse, findet zwölf Kilo Kokain im Bananenkarton und nimmt es mit. Da muss doch was drin sein im Rest des Lebens. Es war der Beginn ihres Untergangs: Leider ist sie tot. Ein Kriminalist befragt aussageunwillige Zeugen. Actionschleuder pur, helles Koks-Märchen.
          btb, 348 Seiten, 20 Euro.

          10.

          Robert E. Dunn - Dead Man‘s Badge
          Plazierung im Vormonat: /

          Texas. Longview Moody, Geldkurier eines Drogenkartells, entkommt seiner Hinrichtung und gibt hinfort als sein Bruder Paris Tindall den Polizeichef im Grenzort „Lansdale“. Der fest in den Klauen der DEA und eines anderen Kartells ist. Longview weiß, wie man solche Leute zurechtstößt. Rasanter Thriller.
          Aus dem Englischen von Philipp Seedorf. Luzifer, 356 Seiten, 14,95 Euro.

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Crimemag“, „Deutschlandfunk Kultur“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, WDR, „Deutschlandfunk Kultur“, SWR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
          Einen Newsletter zur Krimibestenliste mit ergänzenden Informationen zu den neuen Titeln können Sie unter www.togohlis.de/anmeldeseite abonnieren.

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