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Krimibestenliste im Februar : Monster in Bagdad und anderenorts

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

Sarah Schulman setzt sich an die Spitze, und Attica Locke ist wieder da: Die Frankfurter Allgemeine und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis.

          2 Min.

          1.

          Sarah Schulman – Trüb
          Plazierung im Vormonat: 3

          New York 2017. Suchtkranke verstehen was von Sucht. Maggie Terry nutzt ihre zweite Chance. Als Privatermittlerin eines Anwalts quält sich die Ex-Polizistin, nach dem Entzug geschüttelt von Flashbacks und Versuchungen, ermittelnd zurück ins Soziale. Vereinsamt, verraten, in einer kranken Stadt.
          Aus dem Englischen von Else Laudan. Ariadne im Argument-Verlag, 270 Seiten, 20 Euro.

          2.

          Attica Locke – Heaven My Home
          Plazierung im Vormonat: /

          „Hopetown“, Ost-Texas. Ein neun Jahre alter Bengel ist verschwunden, Blacks und Native Americans verteidigen ihre Heimat am Lake Caddo, Trump ist gewählt. Darren, schwarz, Texas Ranger, konstruiert Beweise gegen die „Arische Bruderschaft“, will seinen Leuten helfen, seinen Job behalten, das Richtige tun.
          Aus dem Englischen von Susanna Mende.Polar, 322 Seiten, 22 Euro.

          3.

          Nicci French – Was sie nicht wusste
          Plazierung im Vormonat: /

          London. Neve hat mit Künstlermann ohne Job, Kindern und Beruf genug am Hut, da kommt ihr die Affäre mit dem Chef wie die große Freiheit vor. Bis sie ihn tot beim Stelldichein findet, die Spuren von Mord und Affäre beseitigt und abhaut. Gut gemachtes Hohelied auf die toughe Durchschnittsfrau.
          Aus dem Englischen von Birgit Moosmüller. C. Bertelsmann, 446 Seiten, 16 Euro.

          4.

          Ahmed Saadawi – Frankenstein in Bagdad
          Plazierung im Vormonat: /

          Bagdad 2005. Aus den versprengten Resten von Anschlagsopfern bastelt Geschichtenerzähler und Trödler Hadi den „Soundso“, ein Monster, beseelt von den Vergeltungswünschen und Sehnsüchten einer Stadt in Angst und Verwirrung. Anspielungsstarke Horror-Krimi-Parabel auf Verzweiflung, Angst und Gewalt.
          Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Assoziation A, 296 Seiten, 22 Euro.

          5.

          Melba Escobar – Die Kosmetikerin
          Plazierung im Vormonat: 2

          Bogotá. Karen ist Spezialistin für Depilationen im „Haus der Schönheit“. Als eine siebzehn Jahre alte Kundin tot aufgefunden wird, gerät Karen zwischen die Fronten: hier reiche Politiker, da die Aufklärung fordernde Mutter. Des Mordes beschuldigt, steht die Kosmetikerin allein da. Noir unter Frauen.
          Aus dem Spanischen von Sybille Martin. Heyne, 320 Seiten, 9,99 Euro.

          6.

          Robert E. Dunn – Dead Man's Badge
          Plazierung im Vormonat: 10

          Texas. Longview Moody, Geldkurier eines Drogenkartells, entkommt seiner Hinrichtung und gibt hinfort als sein Bruder Paris Tindall den Polizeichef im Grenzort „Lansdale“. Der fest in den Klauen der DEA und eines anderen Kartells ist. Longview weiß, wie man solche Leute zurechtstößt. Rasanter Thriller.
          Aus dem Englischen von Philipp Seedorf. Luzifer, 356 Seiten, 14,95 Euro.

          7.

          John le Carré – Federball
          Plazierung im Vormonat: 5

          London. Nat und Ed, alternder Spion und radikal junger Remainer, ein wenig Vater und Sohn, bei 15 Badmintonspielen. MI6 und Bruderdienst CIA in Zeiten von Brexit und Trump: wenig Verstand, politisch konfus, dreist korrupt. Le Carré mit 88: liebenswürdig, klar, elegant. Verficht Jugendtraum Europa.
          Aus dem Englischen von Peter Torberg. Ullstein, 352 Seiten, 24 Euro.

          8.

          Hannelore Cayre – Die Alte
          Plazierung im Vormonat: 1

          Paris. Madame Portefeux übersetzt seit 25 Jahren Arabisch für die Polizei. Ihr Verdienst geht für das Altenheim der Mutter drauf. Als sie auf einen Berg Haschisch stößt, greift sie zu. Alle leben vom Drogenhandel – warum nicht sie? Nieder mit der Heuchelei, die Frechheit an die Macht!
          Aus dem Französischen von Iris Konopik.Ariadne im Argument-Verlag, 203 Seiten, 18 Euro.

          9.

          Regina Nössler: Die Putzhilfe
          Plazierung im Vormonat: 4

          Senden, Berlin-Neukölln. Klassenwechsel: Die promovierte Soziologin Franziska lässt in der Münsterländer Provinz Mann und Haus hinter sich, taucht in Berlin unter und verdingt sich als Putzhilfe. Raffiniertes Spiel mit Krimi- und Sozialklischees. Ganz aus der Perspektive dreier verstörter Frauen.
          Konkursbuch, 402 Seiten, 12,90 Euro.

          10.

          Liz Moore – Long Bright River
          Plazierung im Vormonat: /

          Philadelphia. Kacey nimmt Drogen, Mickey ist Polizistin, im Stadtteil geht ein Frauenmörder um. Das ist der Rahmen für den Schwesternkampf, hier die alleinerziehende Mutter, rechtschaffen und pflichtbewusst, da die unbeherrschte Abhängige. Drumherum Opioid-Katastrophe. Wem ist noch zu trauen?
          Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. C.H. Beck, 414 Seiten, 24 Euro.

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Culturmag“, „Deutschlandfunk Kultur“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Alf Mayer, „Culturmag“, “Strandgut“ | Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Der Spiegel“ | Ulrich Noller, „Deutschlandfunk Kultur“, „Deutschlandfunk“, SWR, WDR | Frank Rumpel, SWR |  Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
          Einen Newsletter zur Krimibestenliste mit ergänzenden Informationen zu den neuen Titeln können Sie unter www.togohlis.de/anmeldeseite abonnieren.

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