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Krimibestenliste im Juli : Großer Gehirnspaß

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

Ein mörderischer Metakrimi als Spitzenreiter und fünf Neuzugänge aus aller Welt: Die Frankfurter Allgemeine und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis.

          2 Min.

          1.

          Guillermo Martinez - Der Fall Alice im Wunderland
          Plazierung im Vormonat: 4

          Oxford 1994. Aufruhr in der Lewis-Carroll-Bruderschaft: Doktorandin Kristen hat einen Hinweis auf die verschwundene Tagebuchseite vom Juni 1863, die Aufschluss über Carrolls wahres Verhältnis zu Alice geben könnte. Ganz heißes Thema. Mordanschläge häufen sich. Mitreißender Metakrimi, großer Gehirnspaß.
          Aus dem Spanischen von Angelica Ammar. Eichborn, 320 Seiten, 16 Euro.

          2.

          Hideo Yokoyama - 50
          Plazierung im Vormonat: /

          Japan, „Präfektur W“. Der angesehene Polizist Kaji hat seine an Alzheimer erkrankte Frau auf ihre Bitte getötet und stellt sich zwei Tage später. Polizei, Justiz und Presse wollen den Geständigen knacken: Was hat er nach dem Mord in Tokios Rotlichtviertel getan? Ergreifendes Drama um Regeln, Anstand, Scham.
          Aus dem Japanischen von Nora Bartels. Atrium, 352 Seiten, 22 Euro.

          3.

          Sara Paretsky - Altlasten
          Plazierung im Vormonat: 1

          Lawrence, Kansas. Vic Warshawski soll eigentlich nur nachschauen, wo ein Jungfilmer und eine alte Schauspielerin geblieben sind. Am Ort ihres Verschwindens stolpert Vic über Leichen, fightet mit Sheriff und Army, Showdown im Raketensilo. Nicht nur Lee Child ist entzückt.
          Aus dem Englischen von Laudan und Szelinski. Ariadne im Argument Verlag, 544 Seiten, 24 Euro.

          4.

          Zoë Beck - Paradise City
          Plazierung im Vormonat: /

          Deutschland in 100 Jahren. Der Norden unter Wasser, Gesundheits-App KOS wacht, fast alle sind zufrieden. Nur Liina und Kollegen widerstehen, sie arbeiten für die „Wahrheitspresse“. Erst recht, als eine Kollegin ermordet wird. Gesund sein oder frei sein? Brennende Fragen, zum Mitfiebern.
          Suhrkamp, 280 Seiten 10 Euro.

          5.

          Emma Viskic - No Sound - Die Stille des Todesl
          Plazierung im Vormonat: 2

          Melbourne, „Resurrection Bay“. Viskic ist Klarinettistin, ihr Privatdetektiv Caleb Zelic beinahe taub. Lippenlesen und Emotionsanalyse gehen gut, Angriffe von hinten sind ganz schlecht. Der blutige Tod eines Hilfsermittlers wächst zur Vertrauenskatastrophe, am Ende ist Caleb fast ganz allein.
          Aus dem Englischen von Ulrike Brauns. Piper, 286 Seiten, 15 Euro.

          6.

          Angie Kim - Miracle Creek
          Plazierung im Vormonat: /

          „Miracle Creek“, Virginia. Beim Brand einer Druckkammer für Sauerstofftherapie, betrieben von einer koreanischen Migrantenfamilie, sterben zwei Menschen, vier werden schwer verletzt. Gerichtsdrama, Einwanderungsroman, Milieustudie über Mütter behinderter Kinder. Kluges, wendungsreiches Debüt.
          Aus dem Englischen von Marieke Heimburger. Hanserblau, 510 Seiten, 22 Euro.

          7.

          Benjamin Whitmer - Flucht
          Plazierung im Vormonat: /

          Old Lonesome, Colorado. Ein Kaff, ein Land, eine Stadt – alles wie das Hochsicherheitsgefängnis, aus dem Silvester 1968 zwölf Männer ausgebrochen sind. Der Direktor nimmt das als Kriegserklärung und kreist ein, bombardiert, schießt. Schwarze Studie über den Ausnahmezustand: nackte Staatsgewalt.
          Aus dem Englischen von Alf Mayer. Polar, 408 Seiten, 22 Euro.

          8.

          Philip Kerr - Trojanische Pferde
          Plazierung im Vormonat: /

          Berlin, Athen 1957. Der Münchner Rück dient Bernie Gunther als Schadensregulierer. An der griechischen Küste ist ein Schiff gesunken, mit dem Goldschatz an Bord, den die Nazis den Juden von Thessaloniki geraubt haben. In Rom wird die EWG gezimmert, während alte Nazis ihre Netze flicken.
          Aus dem Englischen von Axel Merz. Wunderlich, 492 Seiten, 24 Euro.

          9.

          Felix Weber - Staub zu Staub
          Plazierung im Vormonat: /

          Niederlande 1949. Widerstandskämpfer Siem Coburg will wissen, wie der behinderte Junge, der ihm das Leben rettete, ums Leben kam. Die Mönche von Sint Norbertus, wo er betreut wurde, schweigen, das ganze Land friert und schweigt. Was ist ein Leben? Nüchtern, trauervoll: Kriege samt Nachkrieg.
          Aus dem Niederländischen von Simone Schroth. Penguin, 400 Seiten, 15 Euro.

          10.

          Nicholas Shakespeare - Boomerang
          Plazierung im Vormonat: 7

          Oxford. Am Sportplatz, wo Dyers und Marvars Söhne trainieren, wird Allergeheimstes getauscht, im Geplauder der Eltern. Marvar hat die Küchenlösung der Weltenergieprobleme entdeckt, nun soll Dyer die Formel vor Russen, Iranern, Milliardären, CIA und anderen beschützen. Elegant wie der Flug des Wurfholzes.
          Aus dem Englischen von Anette Grube. Hoffmann und Campe, 400 Seiten, 25 Euro.

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Culturmag“, „Deutschlandfunk Kultur“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Alf Mayer, „Culturmag“, „Strandgut“ | Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Der Spiegel“ | Ulrich Noller, „Deutschlandfunk Kultur“, „Deutschlandfunk“, SWR, WDR | Frank Rumpel, SWR |  Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
          Einen Newsletter zur Krimibestenliste mit ergänzenden Informationen zu den neuen Titeln können Sie unter www.togohlis.de/anmeldeseite abonnieren.

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