https://www.faz.net/-gr0-9sv8h

Krimibestenliste im November : Die Frechheit an die Macht!

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: Garry Disher lässt sich trotz sieben Neuzugängen nicht von der Spitze verdrängen.

          2 Min.

          1.

          Garry Disher – Hitze
          Plazierung im Vormonat: 1

          Queensland. Wyatt soll ein Gemälde stehlen. Nazi-Raubkunst, die wieder aufgetaucht ist. Ob die Story stimmt? Wyatt ist nicht der einzige Dieb an der Goldküste. Und hat zudem abgehängte Komplizen auf den Fersen. Da passt es prima, dass seine Auftraggeberin Ex-Soldatin ist. Cool, cooler, Wyatt.
          Aus dem Englischen von Ango Laina und Angelika Müller.Pulp Master, 278 Seiten, 14,80 Euro.

          2.

          Franz Dobler - Ein Schuss ins Blaue
          Plazierung im Vormonat: /

          München. Ein Islamist soll in der Stadt sein, auf ihn sind zwei Millionen Kopfgeld ausgesetzt. Ein Job für Robert Fallner und SIS. Doch: Informationsnebel, rivalisierende Dienste. Zeugen verschwinden, Schüsse fallen. Realität als Tiefschlag. Dobler dekultiviert den Mist aus Vorurteil und Hasstiraden.
          Tropen, 288 Seiten, 20 Euro.

          3.

          Paulus Hochgatterer - Fliege fort, fliege fort
          Plazierung im Vormonat: /

          „Furth am See“. Mehr Provinzstadtanalyse als Kriminalroman: Opfer von Kinderheimgewalt nehmen sich das Recht zur Vergeltung, kommentiert und observiert von Kripomann Kovacs und Psychiater Horn. Rassistenautos brennen, Kinder werden entführt. Offen in alle menschlichen Richtungen, Lob der Erzählfreiheit.
          Deuticke, 286 Seiten 23 Euro.

          4.

          John le Carré - Federball
          Plazierung im Vormonat: /

          London. Nat und Ed, alternder Spion und radikal junger Remainer, ein wenig Vater und Sohn, bei 15 Badmintonspielen. MI6 und Bruderdienst CIA in Zeiten von Brexit und Trump: wenig Verstand, politisch konfus, dreist korrupt. Le Carré mit 88: liebenswürdig, klar, elegant. Verficht Jugendtraum Europa.
          Aus dem Englischen von Peter Torberg. Ullstein, 352 Seiten, 24 Euro.

          5.

          Dror Mishani – Drei
          Plazierung im Vormonat: 5

          Tel Aviv, Bukarest. Drei Frauen – immer derselbe Mann. Über ein Dating-Portal für Geschiedene kommen Orna und Gil zusammen. Bis sie mitkriegt, dass er sie getäuscht hat. Emilia und Ella queren auch seinen Weg. Der Rest ist Kritikers Schweigen und Bewunderung. Vivisektion der Alltagsbösartigkeit.
          Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Diogenes, 336 Seiten, 24 Euro.

          6.

          Simone Buchholz - Hotel Cartagena
          Plazierung im Vormonat: /

          Hamburg, Cartagena. Henning ist der Seemann, der nie wieder nach Hamburg zurückkommen will. Sein Glück findet er im kolumbianischen Cartagena, sein Unglück auch, das kommt aus der Hansestadt. Chastity und Freunde werden Geiseln eines großen Racheakts. „Überall schwarze Löcher.“ Blow out.
          Suhrkamp, 230 Seiten, 15,95 Euro.

          7.

          Adam Brookes - Der chinesische Verräter
          Plazierung im Vormonat: 7

          Peking, London. Nach zwanzig Jahren gelingt Peanut die Flucht aus dem Arbeitslager. MI6 soll ihn rausholen, als Gegenleistung für Raketengeheimnisse. Korrespondent Philip Mangan wird widerwillig seine Kontaktperson. Die Gier der Geheimdienste bringt sie beinahe um. Pikanter Politthriller, China heute.
          Aus dem Englischen von Andreas Heckmann. Suhrkamp, 402 Seiten, 15,95 Euro.

          8.

          Norbert Horst - Bitterer Zorn
          Plazierung im Vormonat: /

          Dortmund. Im Krieg zweier Clans wird ein Mädchen entführt. Ein junger Einbrecher ist auch verschwunden. Steiger behält im Dauerstress klaren Kopf und hat Ideen. Das Gesetz (des Handelns) halten andere in der Hand. Straßenrealistisch, seelengenau: Bei Norbert Horst wird Polizeialltag Literatur.
          Goldmann, 320 Seiten, 13 Euro.

          9.

          Lisa McInerney - Blutwunder
          Plazierung im Vormonat: /

          Cork. Nach „Glorreiche Ketzereien“ die Gangsterballade. Ryan Cusack möchte alles: sauber bleiben, rumvögeln, Karine heiraten, leichtes Geld verdienen. Leider schert das die Gangsterbosse einen Dreck. Und so muss der Junge ohne Mutter sich von Frauen das Leben retten lassen. So ein Pech aber auch.
          Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence. Liebeskind, 334 Seiten 20 Euro.

          10.

          Hannelore Cayre - Die Alte
          Plazierung im Vormonat: /

          Paris. Madame Portefeux übersetzt seit 25 Jahren Arabisch für die Polizei. Ihr Verdienst geht für das Altenheim der Mutter drauf. Als sie auf einen Berg Haschisch stößt, greift sie zu. Alle leben vom Drogenhandel – warum nicht sie? Nieder mit der Heuchelei, die Frechheit an die Macht!
          Aus dem Französischen von Iris Konopik. Ariadne im Argument Verlag, 203 Seiten, 18 Euro.

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Crimemag“, „Deutschlandfunk Kultur“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, WDR, „Deutschlandfunk Kultur“, SWR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
          Einen Newsletter zur Krimibestenliste mit ergänzenden Informationen zu den neuen Titeln können Sie unter www.togohlis.de/anmeldeseite abonnieren.

          Topmeldungen

          Rennen um SPD-Spitze : Das Duell der Ungleichen

          Scholz zieht den Säbel, Geywitz sekundiert: Ihre Gegner, Esken und Walter-Borjans, Lieblingskandidaten der Jusos, sehen im direkten Duell der SPD-Spitzenkandidaten blass aus. Ein Abend im Willy-Brandt-Haus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.