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Krimibestenliste im Mai : Niemals mehr Opfer!

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: James Sallis hält die Konkurrenz auf Distanz, gefolgt von der Anführerin einer Latino-Gang und einem einarmigen Privatdetektiv.

          1.

          James Sallis – Willnot
          Plazierung im Vormonat: 1

          „Willnot“, USA. Worauf verweisen die Signale des Lebens? Dorfarzt Lamar Hale sinniert. In einer Grube liegen mehrere Leichen. Ein lange Verschollener taucht auf, wird angeschossen. Ein begabter Junge verschwindet im Wald. Sallis gibt uns „Zeit, mal ernsthaft über Leben und Tod nachzudenken“.
          Aus dem Englischen von Jürgen Bürger und Kathrin Bielfeldt. Liebeskind, 224 Seiten, 20 Euro

          2.

          Melissa Scrivner Love – Lola
          Plazierung im Vormonat: 8

          Los Angeles. Lola ist winzig, unscheinbar, im Backen eine Niete. Nur die Insider wissen, dass sie der Boss der aufstrebenden Latino-Gang „Crenshaw Six“ ist. Um Chef zu werden, hat sie ihren Lover umgebracht. Für Pflegekind Lucy und den Sieg riskiert Lola ihr Leben. Heiter und robust: tolles Debüt.
          Aus dem Englischen von Sven Koch und Andrea Stumpf. Suhrkamp, 392 Seiten, 14,95 Euro

          3.

          Heinrich Steinfest – Der schlaflose Cheng
          Plazierung im Vormonat: 2

          Wien, London, Island. Nach fast einer Dekade taucht Markus Cheng, einarmiger Privatdetektiv, Wiener Chinese, aus der Abwesenheit auf, um die Unschuld von Peter Polnitz, der deutschen Stimme des weltberühmten Schauspielers Wake zu beweisen. Herrlich! Göttlich! Steinfest!
          Piper, 288 Seiten, 16 Euro

          4.

          Joseph Incardona – Asphaltdschungel
          Plazierung im Vormonat: /

          Autoroutes de France. August, Schweiß, Angst, Ferien. Pierre jagt den Serienmörder, dem seine kleine Lucie zum Opfer fiel. Ein weiteres Mädchen verschwindet. Pascal ist taub und unsichtbar: Einen Raststätten-Koch nimmt niemand wahr. Blut, Gewalt und Wut – unerhört dicht und plastisch beschrieben.
          Aus dem Französischen von Lydia Dimitrow. Lenos Polar, 340 Seiten, 22 Euro

          5.

          Don Winslow – Jahre des Jägers
          Plazierung im Vormonat: 9

          Mexiko, Washington, D.C. Kartellboss Adán Barrera ist tot. Die verwöhnten Söhne drängeln, morden sich an die Macht. Opioide verwüsten Tausende Leben. DEA-Chef Art Keller will den Geldhahn zudrehen. Damit gerät er ins Visier von Präsident Dennisons Clique. Alles über den Drogenkrieg, Teil drei.
          Aus dem Englischen von Conny Lösch. Droemer, 992 Seiten, 26 Euro

          6.

          Christine Lehmann – Die zweite Welt
          Plazierung im Vormonat: /

          Stuttgart, 8. März. Tumbe Kerle drohen, die Demo am Frauentag in ein Blutbad zu verwandeln. Lisa Nerz und die superschlaue muslimische Nachbarstochter Tuana jagen die Attentäter in den Hassdünsten des Netzes und auf Stuttgarts Straßen. Furioses Paradebeispiel eines feministischem Diskurs-Krimis.
          Ariadne im Argument-Verlag, 256 Seiten, 13 Euro

          7.

          Harry Bingham – Fiona: Wo die Toten leben
          Plazierung im Vormonat: /

          Wales. Im Totenhaus liegt eine weibliche Leiche, super gepflegt, nur ihre Beine sind nicht rasiert. Das weckt Fionas Spürsinn. Der führt sie in ein Höhlensystem, eine Folterscheune und ein Kloster. Sehr fiese Erfahrungen. Aber Fiona ist die taffste Frau im Krimikosmos. Beste Unterhaltung. Unwiderstehlich.
          Aus dem Englischen von Kristof Kurz und Andrea O’Brien. Rowohlt, 526 Seiten, 10 Euro

          8.

          Jonathan Robijn – Kongo Blues
          Plazierung im Vormonat: 7

          Brüssel, Kongo, 1988. Morgan, schwarzer Jazzmusiker, Adoptivkind einer belgischen Oberklassenfamilie, rettet Simona am Neujahrstag vor dem Erfrieren. Mit unberührbarer Flatterhaftigkeit irritiert sie sein Leben, verschwindet wieder. Gelähmte Melancholie, Wunden kolonialer Herkunft. Starker Sound.
          Aus dem Flämischen von Jan-Frederik Bandel. Edition Nautilus, 176 Seiten, 16,90 Euro

          9.

          Sara Gran – Das Ende der Lügen
          Plazierung im Vormonat: 3

          New York, Oakland, Los Angeles. Ein Lincoln rammt Claire de Witt. Warum will sie jemand töten? Die beste Detektivin der Welt rekapituliert auf der Suche nach dem größten Rätsel der Welt ihre Fälle, ihre Verstrickungen. Und findet eine verschollene Erzählung. Krimi als L’art pour l’art. Wie bei Poe.
          Aus dem Englischen von Eva Bonné. Heyne, 348 Seiten, 16 Euro

          10.

          Tess Sharpe – River of Violence
          Plazierung im Vormonat: /

          Nordkalifornien. Abgerichtet wie ein Kampfhund ist Harley aufgewachsen, Tochter von Gewaltherrscher und Drogenboss Duke McKenna, Mordzeugin mit acht Jahren. Der Herrscher ist siech, und Harley hetzt die, die nach der Macht geifern, aufeinander. Niemals mehr Opfer! Von jetzt an geht die Gewalt von Frauen aus.
          Aus dem Englischen von Beate Schäfer. Bold, 524 Seiten, 14,90 Euro

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
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