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Krimibestenliste im Juli : Der Ernstfall ist jetzt!

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: Der „Berlin Prepper“ lässt sich nicht von der Spitze verdrängen, und ein alter Maigret erscheint jetzt zum ersten Mal.

          1.

          Johannes Groschupf - Berlin Prepper
          Plazierung im Vormonat: 1

          Berlin. 30 000 Hasskommentare löscht Onlineredakteur Walter Noack pro Schicht, als Prepper vorbereitet auf jede Katastrophe. Unvorbereitet wird er fast totgeschlagen, gegen die reale Hasswelt braucht es mehr als die Deletetaste. Der Ernstfall ist jetzt. Neues Subgenre: Berlin braun.
          Suhrkamp, 236 Seiten, 14,95 Euro.

          2.

          Friedrich Ani - All die unbewohnten Zimmer
          Plazierung im Vormonat: /

          München. Die Augenzeugen stumm, die Täter glauben sich im Recht, die besorgten Rassisten bereiten den nächsten Schritt vor. Zwei tote Polizisten, verdächtigte Flüchtlingskinder, da braucht es alle Ermittler: Tabor Süden, Polonius Fischer, neu Fariza Nasri. Der Irrsinn nimmt zu, Ani hält dagegen.
          Suhrkamp, 495 Seiten, 22 Euro.

          3.

          Liza Cody - Ballade einer vergessenen Toten
          Plazierung im Vormonat: 2

          London, Las Vegas, achtziger Jahre, heute. Elly, absolutes Gehör, Komponistin für die halbe Popwelt, mit fünfzehn Jahren bestialisch ermordet. Amy rekonstruiert ihre Geschichte: kindliches Genie in wahnwitziger Musikindustrie. Egoistische Schwestern, bizarre Mütter, scheinmächtige Kerle. Faszinierend.
          Aus dem Englischen von Martin Grundmann. Ariadne im Argument-Verlag, 416 Seiten, 22 Euro.

          4.

          Kate Atkinson - Deckname Flamingo
          Plazierung im Vormonat: 3

          London 1940, 1950, 1981. Der Flamingo ist ein Tscheche, der Fuchs ein Mr Smith. Julia Armstrong von den Kindersendungen der BBC hat eine Vergangenheit in den schattigen und blutigen Falten von Weltkrieg und Kaltem Krieg. Kunstvolles Pastiche der großen Spionageliteratur aus weiblicher Perspektive.
          Aus dem Englischen von Anette Grube. Droemer 336 Seiten, 19,99 Euro.

          5.

          Mike Nicol - Sleeper
          Plazierung im Vormonat: /

          Kapstadt. HEU, waffenfähiges Uran, ist es, was ISIS, die  Iraner, die Amerikaner, die Chinesen, die Russen wollen. Und die Südafrikaner verkaufen es gerne, illegal. Glimmender Hintergrund, vor dem all die schlafenden Geheimdiensthunde erwachen und Fish Pescado und Vicky Kahn um ihr Leben kämpfen.
          Aus dem Englischen von Mechthild Barth. btb, 512 Seiten, 10 Euro.

          6.

          Alan Carter - Marlborough Man
          Plazierung im Vormonat: /

          Marlborough Sounds. Vor den Gangstern, die er im heimatlichen England als Undercover-Cop auffliegen ließ, versteckt sich Nick Chester samt Familie als Landpolizist in Neuseeland. Nick erwartet den endgültigen Showdown, da stößt er auf einen Kindermörder. Bröcklige Maskulinität vor großer Kulisse.
          Aus dem Englischen von Karen Witthuhn. Suhrkamp, 383 Seiten, 14,95 Euro.

          7.

          Georges Simenon - Maigret im Haus der Unruhe
          Plazierung im Vormonat: /

          Paris. Kommissar Maigrets allererster Fall, noch von einem „Georges Sim“ verfasst, erstmals auf Deutsch. Nächtens gesteht eine junge Frau einen Mord, als Maigret sich umdreht, ist sie verschwunden. Mit großer Geduld belagert Maigret eine Familie in ihrem Wahn, bis die Wahrheit aufbricht.
          Aus dem Französischen von Thomas Bodmer. Kampa, 220 Seiten, 16,90 Euro.

          8.

          Ivy Pochoda - Wonder Valley
          Plazierung im Vormonat: 5

          Los Angeles, Südkalifornien. Im Beifußdunst wurde auf der Aussteiger-Ranch im Wonder Valley vergessen und verdrängt. Vier Jahre später: Ein nackter Mann joggt durch den Morgenverkehr. Und wird zum Objekt von Erinnerungen, Vergeltungs- und Erlösungsphantasien. L. A.: Sehnsuchtsort im Kaleidoskop.
          Aus dem Englischen von Sabine Roth und Rudolf Hermstein, Ars Vivendi, 400 Seiten, 18 Euro.

          9.

          Harry Bingham - Fiona - Wo die Toten leben
          Plazierung im Vormonat: 7

          Wales. Im Totenhaus liegt eine weibliche Leiche, super gepflegt, nur ihre Beine sind nicht rasiert. Das weckt Fionas Spürsinn. Der führt sie in ein Höhlensystem, eine Folterscheune und ein Kloster. Sehr fiese Erfahrungen. Aber Fiona ist die taffste Frau im Krimikosmos. Beste Unterhaltung. Unwiderstehlich.
          Aus dem Englischen von Kristof Kurz und Andrea O’Brien. Rowohlt, 526 Seiten, 10 Euro.

          10.

          Jim Nisbet - Welt ohne Skrupel
          Plazierung im Vormonat: /

          San Francisco. Klingers Vorsatz, sich langsam mit doppelten Jamesons zu suizidieren, scheitert an allzu spontanen Versuchen, sich kriminell mit Trinkgeld zu versorgen und an der Hinterlist einer Femme Fatale aus dem Universum der Apps und Bytes. Thekenphilosophisch noir. Dauerregen.
          Aus dem Englischen von Ango Laina und Angelika Müller. Pulp Master, 233 Seiten, 14,80 Euro.

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, WDR, „Deutschlandfunk Kultur“, SWR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
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