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Krimibestenliste im August : Erfolgreiche Ketzereien

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: Lisa McInerney ist einfach nicht aufzuhalten. Und sie ist diesmal nur eine von sechs Frauen auf der Liste.

          1.

          Lisa McInerney - Glorreiche Ketzereien
          Platzierung im Vormonat: 10

          Cork, Irland. Seniorin Maureen erschlägt einen Einbrecher mit einem Heiligen Stein. Die Leiche muss weg. Wie überhaupt alles, was den Anschein von Wohlanständigkeit stören könnte. Poetisch, direkt, kalt servierter schwarzer Humor: endlos die Spirale von gekränkter Ehre, Demütigung und Gewalt.
          Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence. Liebeskind, 448 Seiten, 24 Euro

          2.

          Joe Ide - Stille Feinde
          Platzierung im Vormonat: /

          Los Angeles, Las Vegas. Privatermittler IQ, der Spitzname sagt alles, jagt den Mörder seines Bruders, rettet die spielsüchtige Schwester seiner Angebeteten und deren dämlichen Lover, trickst die Triaden und die Locos Surenos aus und lehrt sogar seinen Pitbull zu gehorchen. Schneller Witz, schlauer Spaß.
          Aus dem Englischen von Conny Lösch, Suhrkamp, 398 Seiten, 14,95 Euro

          3.

          Joyce Carol Oates - Pik-Bube
          Platzierung im Vormonat:4

          Harbourton, New Jersey. Andy Rush sonnt sich: Schönes Haus, engagierte Frau, dickes Auto, Millionen. Bis der „Stephen King für Bildungsbürger“ des Plagiats beschuldigt wird und sich sein garstiges Zweit-Ich, der Pik-Bube, daranmacht, den braven Andy zu übernehmen. Spießer-Ego auf Rasierklinge.
          Aus dem Englischen von Frauke Czwikla. Droemer, 208 Seiten, 19,99 Euro

          4.

          Dominique Manotti - Kesseltreiben
          Platzierung im Vormonat: 2

          Paris, New York, Montreal. Schlaue, ohnmächtige Ermittler. Dumm oder inkompetent: die Regierung in Paris. Der US-Konzern PE will die französische Orstam übernehmen. Die unfairen Mittel des Giganten: Erpressung, Bestechung, Mord. Assistiert von CIA und Justiz. Böses Lehrstück mit langer Halbwertzeit.
          Aus dem Französischen von Iris Konopik. Ariadne im Argument-Verlag, 400 Seiten, 20 Euro

          5.

          Melanie Raabe - Der Schatten
          Platzierung im Vormonat: /

          Wien. Journalistin Norah fühlt sich umstellt, verfolgt, gestalkt. Eine Bettlerin prophezeit, sie werde im Prater den ihr unbekannten Arthur Grimm töten. Hat der Unbekannte mit dem Tod von Norahs Jugendfreundin zu tun? Wird Norah zur Mörderin werden, wird sie manipuliert? Wenn ja, warum?.
          btb, 416 Seiten, 16 Euro

          6.

          Claudia Piñeiro - Der Privatsekretär
          Platzierung im Vormonat: /

          Buenos Aires, La Plata. Politiker Rovira will die Provinz Buenos Aires teilen, um dem Alsina-Fluch zu entkommen. Denn nur so kann er Präsident werden. Diesem Ziel wird alles geopfert: Frau, Freundschaft, Moral. Der Fluch Argentiniens: skrupellose Machtgier. Die frisst sogar Kinder. Ausgeklügelt böse.
          Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Unionsverlag, 320 Seiten, 22 Euro.

          7.

          Denise Mina - Blut Salz Wasser
          Platzierung im Vormonat: 1

          Glasgow, Helensburgh. Wer nimmt den Drogenhändlern ihre Millionen ab – Police Scotland oder Metropolitan Police? Das ist der Grund, warum DI Alex Morrow die verschwundene Roxanne sucht. Und auf Frauenleichen stößt. Alex lässt sich nicht beirren, nicht von Bossen, nicht von Gangstern.
          Aus dem Englischen von Zoë Beck. Ariadne im Argument-Verlag, 368 Seiten, 19 Euro

          8.

          Gianrico Carofiglio - Kalter Sommer
          Platzierung im Vormonat: /

          Bari, 1992. Während eines Bandenkriegs wird der Sohn von Mafiaboss Dreizylinder entführt und stirbt. Ein Mafioso wird Kronzeuge, die Cosa Nostra ermordet in Sizilien Borsellino und Falcone, die Polizei von Bari tappt durch Grauzonen. Zufall, Schicksal? Roman und Reflexion einiger Geschehnisse.
          Aus dem Italienischen von Verena von Koskull. Goldmann, Goldmann, 352 Seiten, 20 Euro

          9.

          Tom Bouman - Im Morgengrauen
          Platzierung im Vormonat: 6

          „Wild Thyme“, Pennsylvania. Ortspolizist Henry Farrell würde am liebsten nur fiedeln und jagen. Aber Penny ist verschwunden, ein Dealer liegt erschossen im Fluss. Die Lage: sumpfig, opak, verworren. Sie ähnelt dem Haufen Balken, aus dem eine Scheune entstehen soll, an der Henry mitbaut.
          Aus dem Englischen von Ann-Christin Kramer und Anke Caroline Burger. Ars vivendi, 350 Seiten, 22 Euro.

          10.

          Max Annas - Finsterwalde
          Platzierung im Vormonat: /

          Berlin, Finsterwalde. Wer nicht weiß ist, wurde vertrieben oder kaserniert, deutscher Pass hilft gar nichts. Um Kindern das Leben zu retten, flieht Ärztin Marie aus dem Lager Finsterwalde, riskiert das eigene Leben in einem Deutschland, in dem Schwarze Freiwild sind. Schöne neue Zukunft mit „Politik für Euch!“
          Rowohlt, 400 Seiten, 22 Euro

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
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