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Künstliche Intelligenz : Ich will kein Programm sein

Mensch hin, Maschine her – Hauptsache Vertrauen: Szene aus der Serie „I Am Mother“ Bild: ddp

Künstliche Intelligenz wird alles ändern, heißt es: Arbeit, Politik, Soziales und selbst Künste. Wie soll denken, wer nicht von Algorithmen überschrieben werden will?

          9 Min.

          Angewidert fragt sich ein Computerprogramm: „Wie machen die Menschen das? Isoliert voneinander leben und langsam verfaulen, während ihr Wissen zerfällt und sie einander nie vollständig kennen können?“

          Dietmar Dath
          Redakteur im Feuilleton.

          Man sollte dem Programm, um es mit uns zu versöhnen, einen gelungenen, von einem Menschen verfassten Roman zum Lesen geben; es existiert selbst ja auch nur in so einem Roman, einem sehr guten, dazu gleich. Zuerst zum Sachstand: Als im Juni des laufenden Jahres der Google-Coder Blake Lemoine be­hauptete, eine Chatsoftware namens LaMDA haben ihn im Dialog davon überzeugt, dass sie denkt und empfindet, steckte eine Anspielung in der Nachricht. Denn der Name der in Rede stehenden Künstlichen Intelligenz, eine Abkürzung für „Language Model for Dialogue Applications“, klingt an den des „Lambda-Kalküls“ an, einer Symbolsprache, die zwei Pioniere der theoretischen Informatik namens Alonzo Church und Stephen Cole Kleene vor rund hundert Jahren entwickelten.

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