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John Grishams neues Buch : Der Vorleser

Hat ein Herz für Buchhändler: John Grisham. Bild: dpa

Seine Romane erreichen Millionenauflagen, doch wenn er liest, macht er das in intimer Runde: John Grisham stellt sein Buch „Camino Island“ in allerkleinsten Buchläden vor. Er hat etwas gegen Riesen à la Amazon.

          Die Zuneigung zum Leser ist nicht bei allen Schriftstellern gleich stark ausgeprägt. Es soll sogar deutsche Erfolgsautoren geben, die sich rüde von ihrem Publikum abwenden und Signierwünsche ignorieren. Bei den Kollegen aus den Vereinigten Staaten ist ein solches Gebaren eher nicht Teil des Geschäftsmodells.

          Hannes Hintermeier

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Neue Sachbücher“.

          Die haben freilich auch kein so dichtes Netz an Buchhandlungen wie hierzulande, um ihre Kundschaft treffen zu können. Der milliardenschwere Bestsellerautor James Patterson hat deswegen sogar vor drei Jahren versucht, die Regierung Obama zu überzeugen, dass sie per Gesetz etwas gegen Amazon und für den Schutz der unabhängigen Buchhandlungen tun müsse (F.A.Z. vom 18. August 2014). Hat natürlich nicht geklappt. Und so stiftete Patterson eine Million Dollar zur Unterstützung der bedrohten Spezies.

          Dieser Tage hat auch der Weltbestseller John Grisham ein Bekenntnis zum unabhängigen Buchhandel abgelegt: Anlässlich des Erscheinens seines dreißigsten Romans – „Camino Island“ eroberte aus dem Stand den Spitzenplatz der „New York Times“-Bestsellerliste – hat er sich das erste Mal seit fünfundzwanzig Jahren wieder auf Lesereise begeben.

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          Abgesehen von der Auftaktveranstaltung, die in einer Kleinstadtfiliale des Großbuchhändlers Barnes & Noble in New Jersey stattfand, kamen nur vom Autor selbst ausgewählte Buchhandlungen auf den Reiseplan – je eine in Connecticut, Vermont, Tennessee und Washington D. C., zwei in Mississippi und vier in North Carolina. Maximal zweihundert Zuhörer wurden jeweils zugelassen, die Karten waren Monate vorher bereits vergriffen. Am Donnerstag nächster Woche endet die Tour in Doylestown (Pennsylvania). Der dortige Buchladen existiert erst seit 1998, sieht aber auf der Homepage aus wie viele seiner deutschen Verwandten, die ein wenig in die Jahre gekommen sind. Finanzielle und moralische Unterstützung durch erfolgreiche Autoren ist hier wie dort hochwillkommen.

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