https://www.faz.net/-gqz-7q00r

Jahresbilanz des Börsenvereins : Bücherkauf offline wächst

  • -Aktualisiert am

Die Kunden kaufen ihre Bücher wieder öfter in Buchhandlungen statt online, das ist eine der Erkenntnisse des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Bild: dpa

Die Jahresbilanz des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels fällt positiv aus: Die Umsätze sind leicht gestiegen. Das monopolistische Verhalten Amazons bereitet trotzdem Sorgen.

          1 Min.

          Die deutsche Buchbranche ist gut gelaunt. Nicht nur, weil die Umsätze seit 2011 erstmals ein leichtes Plus aufweisen, sondern auch weil wieder mehr Kunden ihre Bücher in Buchhandlungen kaufen. Während der Onlinehandel zum ersten Mal anteilig zurückging, ist der traditionelle Buchhandel am stärksten gewachsen.

          Viele Kunden, die früher bei Amazon gekauft hätten, seien zurückgekehrt, sagte gestern Alexander Skipis, der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. „Offensichtlich sind Buchkäufer und -leser reflektiere Menschen, die ihre Kaufentscheidungen bewusst treffen“, so Skipis. Dennoch sei der Einfluss des größten Online-Versandhändler nicht zu unterschätzen: „Wer bei Amazon nicht gelistet ist, der existiert praktisch nicht.“

          Wenn Amazon wie bei Büchern aus der Bonnier-Gruppe absichtlich die Lieferzeiten verlängere, um eine höhere Beteiligung an E-Book-Verkäufen zu erhalten, sei das Erpressung. „Da ist eine rote Linie überschritten!“, sagte Skipis. Der Börsenverein, der ein neues Kartellrecht fordert, das an den digitalen Markt angepasst ist, prüft zurzeit, ob er beim Bundeskartellamt eine Beschwerde gegen Amazon einlegt.

          Außer der wirtschaftlichen Gefahr sei Amazons Machtmissbrauch auch ein kulturpolitischer Eingriff, weil er die Vielfalt und Qualität des Buchhandels gefährde. Der Börsenverein hat am Montag darüber auch mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters gesprochen.

          Weitere Themen

          Der Stoff, der niemals ausgeht

          Literatur-Spezial der F.A.S. : Der Stoff, der niemals ausgeht

          Es ist wieder Frankfurter Buchmesse! Im vergangenen Herbst fand sie digital statt, in dieser Woche öffnet sie wieder ihre Hallen fürs Publikum. Dazwischen liegt ein Jahr dramatischer Naturereignisse, Konflikte und Debatten. Das aktuellste Thema von allen ist zugleich ein uraltes Motiv der Weltliteratur: Wetter.

          Diverser, weiblicher, ökologischer

          Kunstmessen Frieze in London : Diverser, weiblicher, ökologischer

          Die Messen Frieze und Frieze Masters sind zurück, gezeichnet von der Pandemie und mit neuem Optimismus. Bei den Zeitgenossen war im Lockdown Zeit für malerische Introspektion. Und asiatische Händler zeigen mehr Präsenz denn je.

          Topmeldungen

          Der Inbegriff eines Whistleblowers: Edward Snowden. Möchte man in seine Fußstapfen treten, sollte man einiges beachten.

          Vorteile und Risiken : Soll ich Whistleblower werden?

          Die Kollegen schieben krumme Dinger, der Chef ist nicht ganz ehrlich bei der Abrechnung: Soll ich das öffentlich machen? An wen kann ich mich wenden? Wer Hinweisgeber werden will, muss vorsichtig sein – und an die eigene Gesundheit denken.
          Seit 20 Jahren Chef von Gazprom und treuer Weggefährte des russischen Präsidenten Wladimir Putin: Alexej Miller.

          Gazprom-Chef Alexej Miller : Putins Mann fürs Gas

          Alexej Miller ist seit 20 Jahren Chef von Gazprom und treuer Weggefährte des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er hat den Konzern äußerlich modernisiert – doch im Kern ist dieser ein Instrument des Kremls geblieben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.