https://www.faz.net/-gqz-7fe6a

Insolvenzverfahren : Dtv zeigt Interesse an Suhrkamp

  • Aktualisiert am

Weiter eine attraktive Adresse für Investoren: der Suhrkamp Verlag Bild: dpa

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen Suhrkamp signalisiert nun ein anderer renommierter Verlag Interesse an dem Traditionshaus: der Deutsche Taschenbuch Verlag will bei Suhrkamp einsteigen.

          1 Min.

          Der Deutsche Taschenbuch Verlag (dtv) will beim insolventen Suhrkamp-Verlag einsteigen. „Die Gesellschafter des Deutschen Taschenbuch Verlags haben zusammen mit dem dtv den Gesellschaftern von Suhrkamp Interesse an der Übernahme einer Beteiligung signalisiert“, heißt es in einer Mitteilung vom Freitag. „Mit einer Beteiligung der familiengeführten, unabhängigen Verlage ist intendiert, Suhrkamp operativ zu stärken, die Unabhängigkeit langfristig zu sichern und in den sich rapide verändernden Marktbedingungen gemeinsame Synergien zu verwirklichen.“

          Bei den vier familiengeführten Unternehmen, die am dtv beteiligt sind, handelt es sich um die Ganske-Verlagsgruppe, den Hanser-Verlag sowie die Verlage C.H. Beck und Oetinger. Wie genau eine Beteiligung aussehen könnte und für wann sie erwogen wird, konnte beim dtv-Verlag zunächst niemand sagen - ebenso wenig, ob die Verhandlungen mit Geschäftsführerin Ulla Unseld-Berkéwicz laufen sollen oder mit Minderheitsgesellschafter Hans Barlach. Bisher hat keiner der beiden Suhrkamp-Gesellschafter, die sich seit Jahren in zahlreichen Verfahren vor Gericht juristisch bekämpfen, Interesse an einem Verkauf seiner Anteile signalisiert. Bei Suhrkamp war am Freitag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

          Erst am Mittwoch war die Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen den traditionsreichen Suhrkamp-Verlag bekanntgeworden. Das Verfahren soll in Eigenverwaltung durchgeführt werden und nicht mit einem Insolvenzverwalter. Der bei Gericht vorgelegte Insolvenzplan sieht vor, den Verlag in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Barlach, dem 39 Prozent am Unternehmen gehören, müsste dann auf zahlreiche Sonderrechte verzichten. Seinen Antrag, Verlagschefin Unseld-Berkéwicz die Geschäftsführung zu entziehen, hatte das Landgericht Berlin am Donnerstag in einem Eilverfahren zurückgewiesen. Damit kann die Verlegerwitwe auch während des laufenden Insolvenzverfahrens die Leitung des Hauses behalten.

          Neben dem dtv hat die Darmstädter Unternehmerfamilie Ströher Interesse an einem Einstieg bei dem Traditionsverlag, wie Suhrkamp-Sprecherin Tanja Postpischil bestätigte. Darüber hatte, ebenso wie über das Interesse des dtv, zuerst die Zeitung „Die Welt“ berichtet.

          Weitere Themen

          Hamlet im Labor

          Herbert Fritsch wird 70 : Hamlet im Labor

          Choreographien des freien Falls: Als Schauspieler, Regisseur, Filme- und Projektemacher, Installations- und Medienkünstler hat Herbert Fritsch seine Methode perfektioniert. Jetzt wird die Zentrifugalkraft unter den Theaterkünstlern siebzig Jahre alt.

          Das Buch des Wahns zum hohen Sperrpreis

          „Mein Kampf“ in Polen : Das Buch des Wahns zum hohen Sperrpreis

          Hitlers „Mein Kampf“ erscheint übersetzt und kritisch kommentiert in Polen. Es werde von heute an erhältlich sein, teilt der Verlag Bellona mit. Der Herausgeber und Zeithistoriker Eugeniusz Cezary Król hat schon die Goebbels-Tagebücher editiert.

          Topmeldungen

          Steigende Verkaufszahlen : Norwegen im Elektroauto-Rausch

          Trotz des vergleichsweise kleinen Marktes wird Norwegen immer attraktiver für Autohersteller. In dem skandinavischen Land fährt die Hälfte der neuen Autos mit Batterie. Auch deutsche Marken holen weiter auf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.