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Helge Schneider im Interview : „Man muss rauchen wollen“

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Sie schreiben, dass Sie mit Ihrem Hubschrauber am liebsten über Frankfurt fliegen. Warum?

Ganz klar, der Main, ein wunderbarer Fluss, mit den Schiffchen und den Girlanden. Gleichzeitig die beiden Flüssiggasbehälter, wo die Raben draufsitzen, an der A3, A 66, wo es am Mönchhof-Dreieck, glaube ich, auf die A 5 geht. Was mir aber am meisten gefällt, ist die Figur an der Messe. Von oben sieht die ganz anders aus: kleiner.

Was manche irritiert, ist, dass Sie zwar für die Umwelt sind, für ihren Helikopterlandeplatz aber Wald gerodet haben.

20 Hektar. Das war ein Versehen, weswegen ich mich aber schon verantwortet habe. Ich habe in Krefeld zwei Eichen gepflanzt, wie das auch in der Industrie üblich ist, da wird es auch so gemacht. Was die Umwelt angeht, muss ich sagen, ich bin doch für die Umwelt, denn die Umwelt ist für uns ein schönes Ziel.

Sie erwähnen in Ihrem Buch auch Ihre guten Kontakte zum Auswärtigen Amt, die etwa von einer Geiselbefreiung im Jemen herrühren, an der mitzuwirken Sie aber abgelehnt haben. Was halten Sie von Außenminister Frank-Walter Steinmeier?

Er hat denselben Optiker wie ich gehabt, ich bin aber dann weggezogen. Also insofern kenne ich ihn nur von der Karteikarte her. Franz-Walter Steinmeier soll ja der Bundeskanzlerkandidat der SPD sein, soweit ich mich erinnern kann. Ist das noch aktuell, lebt der noch?

Ja.

Also ich würde mal so sagen: Um solch eine Position in exponierter politischer Lage einzunehmen, müssten erst einmal Wahlen stattfinden.

Eine ganz andere politische Figur, zu der Sie offenbar engere Beziehungen unterhalten, weil Ihre Schwester in höherer Position im Weißen Haus arbeitet, ist Barack Obama. Kennen Sie ihn? Wie ist er?

Naja, ich habe nicht viel mitbekommen. Ich kann eines sagen: Wir haben uns mal getroffen, und zwar in Arkansas, Treffen mit meiner Schwester, wo der Präsident auch bei war. Der Grund liegt darin, er kennt alle meine CDs und wollte mich gerne einmal kennenlernen. Er wollte in mir praktisch einen Ansprechpartner haben, speziell auch für die Probleme in Afghanistan. Dass ich Druck auf die Bundesregierung ausübe, dass doch mehr Soldaten, zum Beispiel auch aus Deutschland oder aus deutschen Gebieten nach Afghanistan verlegt werden. Ich habe gesagt, ich habe damit nichts zu tun, ich bin Künstler und er könnte mich nicht vor den Karren spannen. Es gab noch ein hitziges Gespräch und er ist dann beleidigt weggegangen. Seine Frau blieb allerdings noch, die ist ganz nett gewesen.

Wäre es denkbar, dass Sie wie Kollegen von Ihnen, ein Peter Maffay etwa, vor den Soldaten in Afghanistan auftreten?

Stimmt das wirklich mit Maffay? Also ich könnte das nicht, nein, nein. Wenn ich in ein Land fahre, dann möchte ich nicht vor den Soldaten meines Landes auftreten, dann möchte ich, wenn ich Tournee mache, dann möchte ich in Afghanistan vor den Menschen in Afghanistan auftreten. Was soll denn das, das ist ja so, wie wenn ich nach New York fliege und in einem deutschen Restaurant auftrete. Da habe ich doch gar keinen Spaß dran. Das ist doch wie Tauben nach Athen tragen oder wie das heißt. Ich bin doch nicht Marlene Dietrich.

Von den Argentiniern werden Sie besonders geliebt. Warum?

Wahrscheinlich hat das mit der sprachlichen Attitüde zu tun. Meine Bücher sind in Argentinien in allen Volksschulen Unterrichtsstoff, auch meine Lieder. Meine Kleidung wird nachgeschneidert. In den Schneiderschulen.

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