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Hape Kerkeling : Das Trauma seiner Kindheit

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Hape Kerkeling Bild: dpa

In der nächsten Woche erscheint das neue Buch von Hape Kerkeling. Darin schildert der Entertainer auch die Umstände, die zum Selbstmord seiner Mutter geführt haben.

          Hape Kerkeling hat erstmals öffentlich über den Suizid seiner Mutter gesprochen. Was er vor mehr als vierzig Jahren erlebt habe, sei „das Schrecklichste, was mir in meinem Leben bis dato widerfahren ist“, sagte der 49 Jahre alte Entertainer dem Magazin „Stern“. Über die Szene, die er als Achtjähriger erlebte, könne und wolle er nicht sprechen. „Das war traumatisch.“ Er schildert sie in seinem neuen Buch „Der Junge muss an die frische Luft“, das am 6. Oktober erscheint und Kerkelings Kindheit in Recklinghausen beschreibt. Die Autobiografie schildert Kerkelings Kindheit in einem katholischen Milieu, umsorgt von Tanten und Omas.

          Seine Mutter, die sich im Jahr 1973 das Leben nahm, habe durch einen ärztlichen Fehler bei einer Operation ihren Geschmacks- und Geruchssinn verloren. Das habe sie „ihrem Ende förmlich entgegengetrieben.“ Sie sei anschließend „schwer depressiv“ geworden. Es habe dann knapp ein Jahr gedauert, bis sie sich zum Selbstmord entschloss. Im Rückblick kann ich das heute nachvollziehen und sogar verstehen“, sagte Kerkeling. „Das Leben wurde im wahrsten Sinne des Wortes sinnlos für sie.“

          Kerkeling war in der Nacht, in der sie eine Überdosis Schlaftabletten nahm, als Einziger bei seiner Mutter. Sein Vater war bei der Arbeit, und nach dem Fernsehen schlüpfte der Sohn zu ihr ins Bett.

          Aus dem frühen Tod seiner Mutter habe er ganz eigene Konsequenzen gezogen. „Für mich war das Schlimmste (...) die Frage: Was hat sie in dieser Welt hinterlassen? Wo sind ihre nachfühlbaren oder nachvollziehbaren Spuren?“, sagte Kerkeling im „Stern“-Interview. Als Kind habe er nichts erkennen können. „Da habe ich mir vorgenommen, in meinem Leben klare, eindeutige Spuren zu hinterlassen.“

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