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Gespräch zu Ingeborg Bachmann : „Das tut mir heute noch weh“

Große Europäerin: die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann in Rom Bild: © epd-bild / Keystone

Ingeborg Bachmann war als Schriftstellerin die erste große Europäerin ihrer Zeit: Ein Gespräch mit der Biographin Andrea Stoll und dem Bruder Heinz Bachmann über das Visionäre ihrer Poetik und die Dramatik ihres Lebens.

          7 Min.

          Herr Bachmann, am 17.Oktober 1973 ist Ihre Schwester unter dramatischen Umständen in Rom gestorben. Drei Wochen zuvor war sie mit Brandverletzungen ins Krankenhaus gekommen, nachdem sie mit einer brennenden Zigarette eingeschlafen war. Wie haben Sie das erlebt?

          Sandra Kegel

          Verantwortliche Redakteurin für das Feuilleton.

          Heinz Bachmann: Das war schlimm, bis heute unvorstellbar. Die Umstände, der Tod, die ganze Situation. Ich habe damals als Geophysiker im Senegal gearbeitet und bin sofort nach Rom geeilt. Ich durfte aber nicht zu Ingeborg, sie lag auf der Isolierstation. Die einzige Verbindung war ein Telefon auf dem Flur. Also rief ich sie an und sprach zu ihr. Aber sie konnte nicht antworten. Ich habe keinen Laut vernommen. Bis heute weiß ich nicht, ob sie mich überhaupt noch gehört hat.

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