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Den Leser auf keinen Fall langweilen: Benedikt Taschen. Bild: MATTHIAS VRIENS-MCGRATH

Interview mit Benedikt Taschen : Jeden Morgen kam zu mir der Geldbriefträger

Benedikt Taschen ist der erfolgreichste Kunstbuchverleger der Welt. Im Gespräch erzählt er über den erstaunlichen Weg dorthin, den er bereits als Jugendlicher begann.

          8 Min.

          Sie selbst sind jetzt neunundfünfzig, doch in diesem Jahr begehen Sie bereits den vierzigsten Geburtstag Ihres Verlags. Am Beginn standen aber gar keine Bücher, sondern Comics.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Das erste Buch, das ich gemacht habe, war tatsächlich ein Comic: „Sally Forth“ von Wallace Wood. Da war ich noch nicht einmal zwanzig. Als Kind haben mich nur die Donald-Duck-Geschichten von Carl Barks in der deutschen „Micky Maus“ interessiert – ohne dass ich den Namen dieses Zeichners gekannt hätte. Damals bin ich täglich, oft auch zweimal, mittags und abends, in die paar An- und Verkaufsläden in meiner Nachbarschaft in Köln-Mülheim gegangen und habe alle Hefte gekauft, die mir fehlten, für zwanzig Pfennig pro Stück. 1976, mit fünfzehn, bekam ich den ersten Comic-Preiskatalog in die Hände. Bis dahin dachte ich, der einzige Mensch in Deutschland zu sein, der sich für Comics interessierte, doch nun begriff ich dass es ältere Sammler gab, die viel Geld für die verlorenen Träume ihrer Kindheit ausgaben. Von dem Tag an kaufte ich in den Läden auch alle anderen Hefte und verschickte alle paar Monate Listen mit meinen Angeboten. Das lief ganz prima, morgens früh kam immer der Geldbriefträger, und nachdem ich drei Jahre später mein Abitur gemacht hatte, eröffnete ich meinen eigenen Laden. Das war 1980, einen Tag vor meinem neunzehnten Geburtstag.

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