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Fragen Sie Reich-Ranicki : Vom Leben und Lesen eines Literaturkritikers

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Nobelpreiswürdig: der amerikanische Schriftsteller Philip Roth Bild: AP

Muss ein Literaturkritiker viel gelesen oder viel erlebt haben? Sollte Philip Roth den Nobelpreisbekommen? Ist das gedruckte Buch ein aussterbendes Medium? Antworten von Marcel Reich-Ranicki.

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          Muss ein Literaturkritiker viel gelesen oder viel erlebt haben? Sollte Philip Roth den Nobelpreisbekommen? Ist das gedruckte Buch ein aussterbendes Medium? Antworten von Marcel Reich-Ranicki.

          Was ist wichtiger: dass ein Kritiker viel gelesen oder dass er viel erlebt hat? Michael Starke, Wedel

          Marcel Reich-Ranicki: Wer diese Frage stellt, ist wohl als Kritiker nicht geeignet. Denn beides ist wichtig. Ein Kritiker muss also das Leben kennen und die Literatur.

          Warum sollte Philip Roth eigentlich den Nobelpreis bekommen? Unterschrift unlesbar

          Marcel Reich-Ranicki: Nur deshalb, weil er gut schreiben kann, weil er einer der intelligentesten Schriftsteller unserer Zeit ist. Das reicht.

          Welche Eigenschaften muss für Sie ein gutes Buch haben? D. Schulze, Hoffenheim

          Marcel Reich-Ranicki: Es darf nicht langweilig sein. Es muss die Welterfahrung des Lesers vertiefen und erweitern. Das reicht schon.

          Glauben Sie, dass die Literatur in Form von Büchern in den nächsten zehn Jahren aussterben wird? Man hört und liest so viel von E-Books und allen möglichen anderen Formen des elektronischen Lesens. E. Walz, Siegen

          Marcel Reich-Ranicki: Nein, das wird, glaube ich, keineswegs der Fall sein. Doch ist es durchaus möglich, dass die Bücher im Laufe der Zeit eine andere Rolle spielen, eine andere Funktion haben werden. Aber ich empfehle Ihnen Bücher von gestern und heute, die Bücher von morgen überlassen Sie Ihren Enkeln.

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