https://www.faz.net/-gqz-904db

„Finis Germania“ von Sieferle : Warum der „Spiegel“ das Skandal-Buch aus seiner Liste streicht

  • Aktualisiert am

Das umstrittene Buch Finis Germania Bild: FAZ.NET

Vergangene Woche tauchte das umstrittene Buch „Finis Germania“ auf der „Spiegel“-Bestsellerliste auf, diese Woche ist es verschwunden. Nun begründet das Magazin seine Entscheidung.

          1 Min.

          Das Magazin „Der Spiegel“ verteidigt seine Entscheidung, Rolf Peter Sieferles umstrittenes Buch „Finis Germania“ in seiner Bestsellerliste nicht zu berücksichtigen. Die stellvertretende „Spiegel“-Chefredakteurin Susanne Beyer verwies in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme auf ihre schon früher geäußerte Bewertung des Buchs als „rechtsradikal, antisemitisch und geschichtsrevisionistisch“. „Der „Spiegel“, der sich auch bei historischen Themen als Medium der Aufklärung versteht, will den Verkauf eines solchen Buches nicht befördern“, betonte Beyer.

          In der aktuellen Bestsellerliste des Magazins (Ausgabe 30) ist das Buch, dem Kritiker rechtslastige Verschwörungstheorien vorwerfen, nicht mehr erwähnt. In der Liste eine Woche davor stand der Titel bei den Sachbüchern noch auf Platz 6.

          Eine Verlagssprecherin erklärte: „Der Titel war nur einmal in der Liste zu finden, in der Ausgabe, die am 15. Juli erschienen ist.“ Danach habe die Chefredaktion entschieden, das umstrittene Buch des Historikers Sieferle (1949-2016) nicht mehr zu berücksichtigen. Im aktuellen Heft sind in der Bestsellerliste 20 Sachbücher aufgeführt - es gibt also keine Lücke.

          Statt „Finis Germania“ ist der Titel auf dem Platz dahinter einfach eine Stelle nach vorne gerückt. Um das Buch hatte es schon im Juni einigen Wirbel gegeben, nachdem der „Spiegel“-Redakteur Johannes Saltzwedel, Mitglied in der unabhängigen Jury „Sachbücher des Monats“, Sieferles Werk dafür empfohlen hatte. Nach heftiger Kritik war Saltzwedel als Jurymitglied zurückgetreten.

          Rolf Peter Sieferle
          Rolf Peter Sieferle : Bild: Wikipedia/ Regina Sieferle/privat

          Weitere Themen

          Warum Kirsten Boie den Sprachpreis ablehnt

          Debatte um Elbschwanenorden : Warum Kirsten Boie den Sprachpreis ablehnt

          Kirsten Boie hat den Elbschwanenorden der Hamburger Sektion des Vereins Deutsche Sprache abgelehnt. Die renommierte Jugendbuchautorin stößt sich an Äußerungen des Vereinsvorsitzenden. Der schwadronierte unter anderem vom „aktuellen Meinungsterror“ der „linksgestrickten Lügenpresse“.

          Ein historisches Markenzeichen

          Hertie-Stiftung in der Kritik : Ein historisches Markenzeichen

          Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung fördert die Demokratie. Sie hat einen guten Ruf und trägt einen klingenden Namen. Aber woher kommt er eigentlich? Die Arisierung spielte dabei eine maßgebliche Rolle.

          Genug vom Konsens

          Forum Bellevue : Genug vom Konsens

          Darf man über die Krise noch diskutieren? Bundespräsident Steinmeier spricht mit Gästen im „Forum Bellevue“ über die Zukunft der Demokratie.

          Topmeldungen

          „Geschlossen“: Schilder wie dieses hängen derzeit wegen der Corona-Pandemie an der Tür vieler Restaurants.

          Deutschlandchef der Allianz : „Pandemien sind nicht versicherbar“

          Viele Gastwirte wollen wegen der Corona-Verluste Geld von ihrer Versicherung. Allein 150 Klagen richten sich gegen die Allianz Deutschland. Doch deren Chef sagt: Die Policen wurden nicht als Schutz vor einer Pandemie verkauft.
          Lange Schlangen vor den Supermärkten sind auch vor Weihnachten wieder zu erwarten.

          So reagiert der Handel : Lange Schlangen und gähnende Leere befürchtet

          Wenige Wochen vor dem Weihnachtsfest hat die Bundesregierung die Corona-Maßnahmen noch einmal verschärft – sehr zum Ärger des hiesigen Handels. Gerade Supermärkte haben für die Regeln nur wenig Verständnis.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.