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Kochbuchkolumne „Esspapier“ : Wo bleibt das Dessert?

  • -Aktualisiert am

Es fehlt an Individualität und Ideen

Es sieht zeitgenössisch aus, aber dann kommen die immergleichen, schulmäßig klassisch-französischen Aromen ohne die geringste Abweichung und damit auch ohne den geringsten Willen, eine persönliche Ausdrucksform zu entwickeln. Das bedeutet für den vorsichtig eingestellten Gast natürlich die Sicherheit, dass er hier nicht mit großen Überraschungen zu rechnen hat. Ob sich das aber in dieser Form mit dem Image der Jeunes Restaurateurs deckt, ist doch eine andere Frage. Natürlich gibt es Ausnahmen wie Henkel oder Philipp Wolter („Clara von Krüger“, Wermelskirchen), aber dann eben auch viele Köche, die im Grunde wie vor Jahrzehnten kochen und eher für Traditionen als für eine „neue deutsche Küche“ stehen.

Insofern wird in diesem Band das perpetuiert, was man international oft über die durchschnittliche deutsche Spitzenküche hören kann: handwerklich wäre das ja alles sehr gut, aber es fehle eben an Individualität, vulgo: an Ideen. Akzente werden in diesem Band also nicht gesetzt. Die neue deutsche Küche findet in erster Linie bei den Nicht-Jeunes Restaurateurs statt.

Das Buch erhält einen F.A.Z. - Stern.

Kriterien für die Vergabe von F.A.Z.-Sternen für kulinarische Bücher:

Einen F.A.Z.-Stern erhält ein kulinarisches Werk, dessen Veröffentlichung sinnvoll ist und das einen klar erkennbaren, positiven Beitrag zur Entwicklung, Weitergabe, Erforschung oder Dokumentation der Kochkunst leistet. Durch seine Individualität oder seine spezifischen Schwerpunkte schließt das Buch eine Informationslücke oder erhebt sich mit der handwerklichen, ästhetischen oder wissenschaftlichen Qualität seines Inhaltes deutlich über die üblichen Standards.
Im Falle eines Kochbuches im engeren Sinne müssen die Rezepturen und ihre Erläuterungen guten professionellen Standards genügen und erkennbar das Bemühen zeigen, Nachkochbarkeit zu erreichen. Standardisierte oder unpräzise Angaben sind nur dann akzeptabel, wenn sie durch andere Qualitäten wie etwa Originalität aufgewogen werden.

Zwei F.A.Z.-Sterne erhält ein kulinarisches Werk, das über die Qualitäten eines mit einem Stern bewerteten Buches hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Kochkunst leistet oder in seiner didaktischen Anlage hervorragend geeignet ist, vertiefende praktische Kenntnisse zu vermitteln - oder einen wesentlichen Beitrag zur Theorie des Faches leistet.
Es ist in dieser Kategorie wichtig, dass die Autoren erkennbar größere Zusammenhänge begreifen oder einen außergewöhnlich interessanten Beitrag zu Einzelaspekten leisten.

Drei F.A.Z.-Sterne erhält ein kulinarisches Werk von überragender Qualität, das zu den besten Büchern der letzten Jahre zählt und in jede gute kulinarische Bibliothek gehört. Das Buch muss in wesentlichen Teilen neue Inspirationen vermitteln, in hohem Maße originell sein, oder in besonders hohem Maße wesentliche Zusammenhänge erschließen.

Keinen Stern bekommen Bücher, die sich inhaltlich nicht oder nur unwesentlich von vielen vergleichbaren Büchern unterscheiden und/oder bei denen man den Eindruck gewinnt, es handele sich vorwiegend um Veröffentlichungen, die nicht primär an der Qualität des Buches und am Fortschritt der Kochkunst orientiert sind. Dazu gehören zum Beispiel viele ausschließlich kommerziell orientierte Produkte zur Vermarktung von Prominenten aller Art, aber auch letztlich austauschbare Bücher bekannter und guter Köche, bei denen ein individuelles Profil nicht zu erkennen ist.

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