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Debatte : John Irving: „Grass bleibt für mich ein Held“

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Verteidigt Grass: John Irving Bild: AP

Gegen die „Rasereien in den deutschen Medien“ hat der amerikanische Bestsellerautor John Irving Günter Grass verteidigt. Hellmuth Karasek hingegen fordert, Grass müsse sein Nobelpreisgeld spenden.

          Gegen die „Rasereien in den deutschen Medien“, die er als widerwärtig empfindet, hat der amerikanische Bestsellerautor John Irving seinen Kollegen Günter Grass in einer Email an die Nachrichtenagentur „Associated Press“ leidenschaftlich verteidigt. „Grass bleibt für mich ein Held, als Schriftsteller und als moralischer Kompaß“, schreibt Irving, „sein Mut, als Schriftsteller und als Bürger Deutschlands, ist vorbildlich, und dieser Mut wird durch seine jüngste Enthüllung nicht verringert, sondern vermehrt.“ Als Mensch und Schriftsteller sei Grass ein Musterbeispiel für Selbstergründung und ein nationales Gewissen.

          Auch Martin Walser zeigt Verständnis für Grass. In der ZDF-Sendung „Aspekte“ sagte er: „Es herrscht hier kein Klima, das einlädt, mit sich selbst freimütig abzurechnen und entspannt darüber zu sprechen, was einem passiert ist. Es ist ein Klima der Vergiftungen, der schnellen Verdächtigungen und des Rufmordes. Es ist kein meinungsfreies Klima und das kannte er. Ich verstehe, daß Günter Grass das nicht öffentlich gemacht hat. Ich verstehe das sehr gut.“

          Literaturkritiker Hellmuth Karasek fordert unterdessen persönliche Konsequenzen, die Günter Grass gut anstehen würden. Im ZDF erklärte er: „Ich fände es eigentlich angemessen, daß er das Geld, das er für den Nobelpreis bekommen hat, einer Wiedergutmachungs-Stiftung, die Opfer des Waffen-SS-Staates betreut, anvertrauen sollte. Ich glaube sogar, er könnte sich das leisten.“

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