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Humboldt und Bonpland : Ein unverhofftes Wiedersehen

  • -Aktualisiert am

Alexander von Humboldt, der an diesem Samstag vor 250 Jahren geboren wurde, 1845 in seinem Berliner Arbeitszimmer, aquarelliert von Eduard Hildebrandt Bild: akg-images / De Agostini Picture

Mit den Worten, er studiere gerade den Oberlauf des Orinoko, hatte Alexander von Humboldt einen ungebetenen Gast abweisen lassen wollen, der freilich hartnäckig blieb. Zu beider Glück! Eine Erzählung zum 250. Geburtstag des großen Forschungsreisenden.

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          für Oliver Lubrich

          Am 13. September 1857, dem Vorabend von Humboldts achtundachtzigstem Geburtstag, meldete dessen langjähriger Bedienter Johann Seiffert seinem Herrn einen fremden Besucher. „Ich studiere gerade den Oberlauf des Orinoko“, sagte Alexander von Humboldt, ohne aufzublicken von der vor ihm ausgebreiteten Landkarte, „und wünsche nicht gestört zu werden!“ Wie einst Luther in Wittenberg hatte der weltberühmte Gelehrte eine Bekanntmachung an seine Haustür geheftet zum Abwimmeln unerwünschten Besuchs. Das „Ruf um Hülfe“ betitelte Schreiben hatte folgenden Wortlaut: „Leidend unter dem Drucke einer immer noch zunehmenden Correspondenz, fordere ich all jene, die mir ihr Wohlwollen schenken, auf, sich weniger mit meiner Person zu beschäftigen und mein Haus nicht als Adress-Comptoir zu benutzen, damit bei abnehmender Kraft mir Ruhe und Muße zu eigener Arbeit verbleibe!“

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