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Chinua Achebe gestorben : Vater der afrikanischen Moderne

  • Aktualisiert am

Chinua Achebe (1930 bis 2013) Bild: AP

Er galt als Vater der modernen afrikanischen Literatur. Mit seinem Werk kritisierte Chinua Achebe gleichermaßen afrikanische Eliten und die einseitige literarische Sicht auf seine Heimat.

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          Der nigerianische Schriftsteller Chinua Achebe ist tot. Der als „Vater der modernen afrikanischen Literatur“ bekannte Autor starb nach kurzer Krankheit in Boston im Alter von 82 Jahren, wie eine Sprecherin seiner Agentur Wylie in New York mitteilte. Achebe schrieb in seiner langen Karriere mehr als 20 Bücher. „Things Fall Apart“ (deutsch: „Okonkwo oder Das Alte stürzt“) gilt als grundlegendes Werk der afrikanischen Literatur. Sein Buch „Termitenhügel in der Savanne“ erschien in Deutschland bei Suhrkamp, der Roman „Alles zerfällt“ bei S. Fischer.

          Immer wieder thematisierte er in seinen Werken die Korruption unter afrikanischen Politikern. Aus Kritik an der nigerianischen Regierung lehnte er mehrfach eine offizielle Ehrung durch sein Heimatland ab.

          Seit einem schweren Verkehrsunfall im Jahr 1990 war der Nigerianern an den Rollstuhl gefesselt. Damals siedelte er in die Vereinigten Staaten über. Er gewann zahlreiche Preise, darunter 2002 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Auch für den Literaturnobelpreis war der Sohn eines christlichen Geistlichen mehrfach im Gespräch.

          Achebe wandte sich auch immer wieder gegen die Darstellung Afrikas in der europäischen Literatur, wie beispielsweise in Joseph Conrads „Herz der Finsternis“. In dem Buch, das als Vorbild für die Filme „Aguirre, der Zorn Gottes“ mit Klaus Kinski und „Apokalyse Now“ von Francis Ford Coppola gilt, werden Afrikaner zum Teil als primitive Wilde beschrieben. Es sei falsch, Menschen auf diese Art und Weise darzustellen, sagte Achebe 2009 in einem Interview des US-Senders National Public Radio.

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