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Bestseller : Die wahre Frau hinter Elena Ferrante

Er lüftete das Rätsel hinter Elena F.: der Journalist Claudio Gatti Bild: privat

Der italienische Enthüllungsjournalist Claudio Gatti hat das größte literarische Rätsel unserer Zeit gelöst: In der aktuellen Ausgabe der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ lüftet er das Inkognito der Erfolgsschriftstellerin Elena Ferrante.

          In einem Artikel, der an diesem Sonntag gleichzeitig in vier internationalen Publikationen erscheint, darunter die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“, hat der Enthüllungsjournalist Claudio Gatti das Geheimnis um die Identität der italienischen Schriftstellerin Elena Ferrante geklärt. Unter Rückgriff auf interne Unterlagen des römischen Verlags Edizioni e/o, in dem Ferrantes Bücher seit 1992 erscheinen, gelingt Gatti der Nachweis, dass sich hinter dem Pseudonym eine italienische Übersetzerin verbirgt, die schon früher als mögliche Kandidatin für die Identität von Elena Ferrante genannt wurde, dann aber wieder aus dem Blick geraten war.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          In Deutschland ist vor wenigen Wochen Ferrantes Roman „Meine geniale Freundin“ erschienen, der sich seitdem bereits eine Viertelmillion Mal verkauft hat und sich damit in den Bestsellerlisten ganz oben plaziert hat. Dieses Buch, im italienischen Original 2011 und seitdem in mehr als vierzig Ländern erschienen, ist der Auftaktband zu einem vierteiligen Romanzyklus, den Ferrante 2014 abgeschlossen hat und der vor allem in Amerika ein Sensationserfolg bei Publikum und Kritik geworden ist. Gatti kann aufgrund seiner Recherchen zeigen, dass sich die Honorarzahlungen an die von ihm enttarnte Autorin seit Erscheinen der englischen Übersetzungen vervielfacht haben; zuvor war das Werk zwar auch in Italien erfolgreich, doch erst die amerikanischen Verkäufe haben die Einkünfte von Verlag und Verfasserin sprunghaft ansteigen lassen.

          Es sind aber nicht die Honorarabrechungen der Edizioni e/o allein, die der Investigativjournalist Gatti als Beleg anführen kann. Er legt zudem eine literarische Indizienkette vor, die über die Tätigkeit der Übersetzerin zu einer deutschen Schriftstellerin führt, deren Werk als wichtigste Inspiration für Ferrantes „Meine geniale Freundin“ identifiziert wird: Christa Wolf. Und nicht nur die literarische, sondern auch die familiäre Herkunft der wahren Frau hinter Elena Ferrante liegt in Deutschland: Ihre in Worms geborene Mutter, Tochter eines polnischstämmigen jüdischen Ehepaars, emigrierte zusammen mit ihren Eltern 1937 aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Italien.

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