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Zum Tod von Rafael Chirbes : Die Sittengemälde eines Sozialkritikers

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Rafael Chirbes im Jahr 2008 im Frankfurter Literaturhaus. Bild: Felix Seuffert

Der spanische Autor Rafael Chirbes war einer, der die Gegenwart genau beobachtete. In seinen Romanen beschrieb er die Auswirkungen des Franco-Regimes, des Tourismus-Booms und der Finanzkrise auf die Menschen.

          Der spanische Autor Rafael Chirbes ist tot. Dies teilte der Anagrama-Verlag in der Nacht zum Sonntag mit. Der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller war am Samstag im Alter von 66 Jahren in seiner Wohnung in Tabernes de la Valldigna bei Valencia an seiner langjährigen Lungenkrebserkrankung gestorben.

          „Sein Tod ist ein schwerer Schlag (für die spanische Literatur)“, sagte sein Verleger Jorge Herralde der Zeitung „El País“ (Sonntagsausgabe). „Er war ein Mensch von einer außergewöhnlichen moralischen Integrität.“

          Chirbes hatte sich in seinen Werken kritisch mit Entwicklungen wie dem Immobilien- und Tourismus-Boom in Spanien befasst. Mehrere seiner Werke wurden ins Deutsche übersetzt. Dazu gehören der Roman „Der lange Marsch“, der die Geschichten von sieben Familien zwischen 1940 und 1970 erzählt. Für den 2007 entstandenen Roman „Krematorium“ über die Auswirkungen des Immobilienbooms an der spanischen Mittelmeerküste erhielt er mehrere Preise. Zuletzt erschien „Am Ufer“ über die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise in Spanien.

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