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Zum Tod von Nelson Mandela : Der letzte große Mann

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In den gefährlichen Jahren 1990-1994 hielt er gemeinsam mit F.W. de Klerk (l.) ein turbulentes Land zusammen: Nelson Mandela Bild: picture alliance / dpa

Er war ein großer Mann und wurde bei seinem Tod auch in aller Welt als solcher anerkannt. Es könnte durchaus sein, dass er der letzte große Mann war, da der Gedanke der Größe im Dunkel der Geschichte verschwindet.

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          Nelson Mandela ist nach einem langen Leben gestorben – einem langen, aber auf beklagenswerte Weise zerschnittenen Leben, weil er siebenundzwanzig seiner besten Jahre aufgrund staatlicher Willkür im Gefängnis verbrachte. Aber auch eingekerkert war er nicht machtlos. In den letzten Jahren dieser langen Haftstrafe übte er tatsächlich ein Vetorecht über die Außenpolitik seines Landes aus und hielt seine Gefängniswärter mehr und mehr im Griff.

          Zusammen mit F.W. de Klerk, einem Mann von weitaus geringerer moralischer Statur, der aber auf seine Weise gleichfalls zur Befreiung Südafrikas beitrug, hielt Mandela in den gefährlichen Jahren 1990-1994 ein turbulentes Land zusammen und nutzte seinen großen persönlichen Charme, um Weiße davon zu überzeugen, dass auch sie einen Platz in der neuen demokratischen Republik hatten, während er den separatistischen rechten weißen Flügel entmachtete.

          Der Gedanke der Größe verschwindet

          Als er dann selbst Präsident wurde, war er bereits ein alter Mann. Dass er sich nicht kraftvoller um das dringlichste Problem der Zeit – die Schaffung einer gerechten Wirtschaftsordnung – kümmern konnte, war verständlich, aber unglücklich. Wie die übrige Führung des ANC ließ er sich vom weltweiten Zusammenbruch des Sozialismus blenden. Die Partei vermochte keinen philosophischen Widerstand gegen den neuen räuberischen ökonomischen Rationalismus zu leisten.

          Mandelas persönliche und politische Autorität beruhte auf seiner prinzipiellen Verteidigung des bewaffneten Widerstands gegen die Apartheid und der harten Strafe, die man ihm deshalb auferlegte. Weiteren Rückhalt boten ihm sein aristokratisches Auftreten, dem auch ein Hauch kultivierter Volkstümlichkeit anhaftete, und seine altmodische Erziehung, die ihn an viktorianischen Idealen persönlicher Integrität und der Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl festhalten ließ. Mit beispielhafter Nachsicht gelang es ihm, mit einer Frau zurande zu kommen, deren Verhalten immer skandalöser wurde. Er war ein großer Mann und wurde bei seinem Tod auch in aller Welt als solcher anerkannt. Es könnte durchaus sein, dass er der letzte große Mann war, da der Gedanke der Größe im Dunkel der Geschichte verschwindet.

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