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Autor David Foster Wallace : Unendlicher Zauber

Dass er ein Kopftuch trug, war kein modischer Tick, sondern reine Notwehr: David Foster Wallace im Jahr 2001 Bild: Redferns

Im Leben von David Foster Wallace lief alles nebeneinander her: brennender literarischer Ehrgeiz, Drogen, Depressionen. Zehn Jahre nach seinem Tod leuchtet sein Werk heller denn je.

          9 Min.

          Seit dem Selbstmord von David Foster Wallace (1962 bis 2008) vor ziemlich genau zehn Jahren ist die Figur des „interessantesten amerikanischen Schriftstellers seiner Generation“ – so die Klappentexte, aber auch seine Kollegen – zu erstaunlichem Format angewachsen: Sie leuchtet geradezu, als ginge es um viel mehr als Literatur. Etwas Christushaftes ist dazugekommen, eine Aura von Märtyrertum, als sei er wirklich für uns, mindestens jedoch für seine Kunst gestorben.

          Paul Ingendaay

          Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.

          Dennoch war es wohl nicht der Tod, der für diese Vergrößerung und Illumination gesorgt hat, so dass romantische Genie-Assoziationen von vornherein entfallen. Nicht einmal die Verfilmung des 2010 erschienenen Buches „Although of Course You End Up Becoming Yourself“ des New Yorker Journalisten David Lipsky – die nicht ganz uneitle Schilderung einer fünftägigen Autoreise mit Wallace im Jahr 1996 – hat den Charakter dieses Nachlebens entscheidend verändern können. Das Biopic sagt nur, dass ein so außergewöhnlicher Schriftsteller eben auch einen Marktwert als Unterhaltungsartikel hat. Wallace selbst, der sowohl fernsehsüchtig war als auch zu den klügsten Medienkritikern seiner Zeit gehörte, hätte sich vor diesem Film über sich selbst bestimmt in die allerdunkelste Ecke des Kontinents verkrochen.

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