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Das Beste von Peter Handke : Wenn es nur ein Buch des Jubilars sein soll, dann dieses

Achtzig Jahre alt, seit 56 Jahren ein Star des deutschsprachigen Literaturlebens: Peter Handke. Bild: dpa

Der Literaturnobelpreisträger Peter Handke wird achtzig Jahre alt. Wer einen Einstieg in das große Werk des Schriftstellers sucht, sollte mit diesem eher schmalen Band beginnen.

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          In den 56 Jahren seit seinem Durchbruch als Schriftsteller hat Peter Handke das formale Spektrum seines Metiers in nahezu voller Breite abgebildet: Romane (zu empfehlen ist vor allem „Die Wiederholung“ von 1986), Theaterstücke (trotz der epochemachenden „Publikumsbeschimpfung“ von 1966 ist „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“ von 1992 das beste), Drehbücher (bei „Die linkshändige Frau“ führte Handke 1977 gleich auch noch Regie), Notate, Reiseberichte und Essays. Eine solche Begeisterung für die Spielformen des Erzählens hat ansonsten unter den deutschsprachigen Autoren nur sein Landsmann Christoph Ransmayr zu bieten.

          Andreas Platthaus
          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Wenn es aber darum geht, ein Buch zu empfehlen, das die Stärken Handkes bündelt, dann muss es auch ein thematischer Wilderer in dessen Werk sein: Unter den fünf explizit als Versuche, also Essays, ausgewiesenen Büchern ist „Versuch über die Jukebox“ von 1990 genau das: ein Grenzgänger, und zwar thematisch und formal. Im Jahr zuvor war „Versuch über die Müdigkeit“ erschienen, im Jahr danach der „Versuch über den geglückten Tag“, und dann kam ein Jahrzehnt Pause, bis Handke mit dem „Versuch über den stillen Ort“ und „Versuch über den Pilzsammler“ sein Essay-Quintett abschloss. Unter ihnen ist das Jukebox-Buch das interessanteste, denn es ist einerseits privat („Mit dem Versuch über die Jukebox hatte er vor, sich die Bedeutung dieses Dings in den verschiedenen Phasen seines nun schon lang nicht mehr jungen Lebens klarzumachen“, schreibt Handke darin), andererseits positivistisch: Wer etwas über die Geschichte der Jukebox wissen will, wird hier genauso gut bedient wie derjenige, der etwas über Peter Handke wissen will. Der Band ist Sachbuch, Autobiographie und Erzählung in einem.

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