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Tsitsi Dangarembga vor Gericht : Spendenaufruf für Prozesskosten

  • Aktualisiert am

Ein weiterer von Dutzenden Verhandlungstagen: Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes am 4. August im Gericht in Harare Bild: AP

Das immer wieder vertagte Verfahren gegen die Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga bringt unentgeltlich arbeitende Menschenrechtsanwälte in Simbabwe an ihre Grenzen. Ein Spendenaufruf für Prozesskosten soll Abhilfe schaffen.

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          Mehr als zwei Jahre sind seit der Verhaftung der Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga und der Journalistin Julie Barnes vergangen, die in Harare für institutionelle Reformen, die Freilassung des Journalisten Hopewell Chin’ono und „ein besseres Simbabwe“ demonstriert hatten. Chris Mhike, Mitglied der Anwaltsvereinigung „Zimbabwe Lawyers for Human Rights“ (ZLHR), vertritt sie unentgeltlich vor Gericht. Doch der Prozess, in dem die beiden wegen „Anstiftung zu Gewalt in der Öffentlichkeit“ Angeklagten zu bislang rund dreißig Verhandlungstagen erscheinen mussten, bringt die ZLHR an die Grenzen ihrer Möglichkeiten – womöglich gezielt, wie ein Prozessbeobachter vermutet.

          Die ZLHR vertreten neben Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes viele weitere Menschenrechtsaktivisten in Simbabwe. Der Regierung könnte daran gelegen sein, die Möglichkeiten der Opposition vor den Wahlen im kommenden Jahr einzuschränken. Ende August ist die Urteilsverkündung ein weiteres Mal – auf den 29. September – verschoben worden. Jetzt rufen das PEN-Zentrum Deutschland, PEN International, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Verlage Orlanda und S. Fischer, in denen Tsitsi Dangarembgas Bücher in deutscher Übersetzung erscheinen, zu Spenden auf, um die Prozesskosten zu decken. Bislang belaufen sie sich auf mehr als 30.000 US-Dollar.

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