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Tsitsi Dangarembga vor Gericht : Ausdrücken oder aufstacheln

  • Aktualisiert am

Tsitsi Dangarembga an diesem Mittwoch auf dem Weg zum Gericht in Harare Bild: EPA

Im Prozess gegen die Schriftstellerin Tsitsi Dangarembga und die Journalistin Julie Barnes wurden an diesem Mittwoch die Angeklagten vernommen. Die Staatsanwältin wird spitzfindig.

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          Tsitsi Dangarembga, Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels 2021, hat sich an diesem Mittwoch in ihrer Heimatstadt Harare ein weiteres Mal vor Gericht gegen den Vorwurf der Anstiftung zu öffentlicher Gewalt verteidigen müssen. Wie Jordi Razum, Projektmanager der Friedrich-Naumann-Stiftung, berichtet, bekräftigte die Schriftstellerin, sie habe sich mit ihrer Protestaktion am 31. Juli 2020 „für ein besseres Simbabwe für alle“ einsetzen und ausdrücken wollen, wie sie sich als engagierte Bürgerin ihres Landes fühlt.

          Sie habe dabei mit niemandem interagiert, nicht einmal mit der Journalistin Julie Barnes gesprochen, die mit ihr zusammen protestiert hatte und verhaftet worden war. Sie habe sich auf ihre Meinungsfreiheit berufen, mehrfach nach dem Grund ihrer Verhaftung gefragt, keine Antwort erhalten und sich widerstandslos festnehmen lassen. Die Staatsanwältin fragte, ob nicht schon der Umstand, dass sich die beiden Demonstrantinnen an kein konkretes Publikum gewandt haben, als Hinweis auf ihr Ansinnen verstanden werden müsse, die Bevölkerung aufzustacheln.

          Zwei Jahre nach der Verhaftung hat allein die Verteidigung der beiden Angeklagten die Vereinigung der Menschenrechtsanwälte in Simbabwe schon 30.000 US-Dollar gekostet. Angesichts einer großen Zahl weiterer Fälle sehen sich die Anwälte von finanzieller Unterstützung bei der Verteidigung von Tsitsi Dangarembga und Julia Barnes abhängig. Der Prozessbeobachter Jordi Razum sieht in der Vielzahl und Dauer von Menschenrechtsprozessen die staatliche Strategie, angesichts der im kommenden Jahr anstehenden Wahlen Mittel und Kräfte der Opposition zu binden. Der Prozess soll am 15. August fortgesetzt werden.

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