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Sibylle Lewitscharoff erhält den Büchnerpreis : Ritterschlag für eine Unbedingte

Die Büchner-Preisträgerin 2013: Sibylle Lewitscharoff Bild: dpa

Mit der Wahl der Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff stärkt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung eine Literatur, die keine Kompromisse eingeht. Und den Suhrkamp Verlag, bei dem seit 2009 Lewitscharoffs Bücher erscheinen.

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          Im vergangenen Jahr klagte man bei Suhrkamp, dass trotz dreier Titel des Verlags auf der Shortlist des deutschen Buchpreises der Sieg an die Konkurrenz ging. Und auch der damals als sicher geltende Büchnerpreis für Sibylle Lewitscharoff blieb aus. Doch ein Jahr später ist es nun zumindest in letzterem Fall so weit: Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt hat die bedeutendste deutschsprachige Literaturauszeichnung diesmal der neunundfünfzig Jahre alten Berliner Schriftstellerin zuerkannt.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Damit würdigt die Akademie eine höchst individuelle Autorinnenstimme, die seit „Pong“, mit dem Sibylle Lewitscharoff 1998 den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb gewann, eine feste Größe in ästhetischen wie gesellschaftskritischen Debatten ist. Ihre Bücher sind nicht selten phantastische, immer jedoch kompromisslose Porträts von Einzelgängern, die es aber in ihrer Subjektivität mit der ganzen Welt aufnehmen.

          Mit dem Roman „Apostoloff“ gewann Sibylle Lewitscharoff 2009 den Preis der Leipziger Buchmesse, das Nachfolgebuch „Blumenberg“ brachte ihr 2011 unter anderem den Kleistpreis ein.
          Der Büchnerpreis ist jetzt der Ritterschlag für eine Autorin, die längst als Fixstern im Literaturgeschehen gilt, aber durch ihre offenen Worte oft angeeckt ist. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wird ihr am 26. Oktober in Darmstadt verliehen.

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