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Seenotretterin im Interview : Die Widersprüche an Bord sind völlig irre

Pia Klemp Bild: Paul Lovis Wagner

Als Kapitänin der „Sea-Watch 3“ und „Iuventa“ rettete sie etwa fünftausend Flüchtende vor dem Ertrinken im Mittelmeer. Jetzt hat Pia Klemp einen Roman über die Kriminalisierung ihrer Einsätze geschrieben. Ein Gespräch.

          4 Min.

          Fangen wir von vorne an. Der erste Satz Ihres Romans lautet: „Sie wären mir sympathischer, wenn ihre Folterwunden noch nässten.“ Die Protagonistin sitzt in einer Hafenkneipe, fühlt sich unwohl, Männer starren sie an und sie fragt sich, ob sie einen von ihnen gerettet hat. Warum haben Sie sich für diesen Einstieg entschieden?

          Anna Vollmer
          Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Ich fand es wichtig, dass man Seenotrettung nicht als Hochglanzstory erzählt, sondern als das, was es eben ist. Und ich persönlich finde es manchmal nicht leicht, sich mit Menschen auseinanderzusetzen. Dieses Hadern mit sich selbst und der Gesellschaft ist etwas, was sich durch das ganze Buch zieht. Es soll ja keine Heldengeschichte werden. Die Situation ist auf vielen verschiedenen Ebenen schwierig. Es ist im Jahr 2019 nicht einfach, eine Frau zu sein. Es ist aber auch nicht einfach, ein Mensch auf der Flucht zu sein. All diese dunklen Ecken wollte ich gerne mitzeigen.

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