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Michael Jürgs’ letztes Buch : Wer tot ist, muss sehen, wo er bleibt

Michael Jürgs starb im Juli mit 74 Jahren Bild: dpa

Eine Seele wirft keinen Schatten: Der Journalist Michael Jürgs hat zwei Wochen vor seinem Ableben sein letztes Buch beendet. In „Post mortem“ surft er durchs Jenseits und trifft dort höchst lebendige Tote.

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          Schon auf der dritten Seite des Prologs taucht Hitler auf. Es geht um den traurigen, für Deutschland immer wieder schicksalhaften Monat November, die Reichspogromnacht und den Zusammenhang mit dem ganz privaten Sterben des Autors. Denn das fand, wie Michael Jürgs im ersten Satz schreibt, im November statt. Was, wie man heute weiß, nicht zutrifft, weil er bis zum 4. Juli dieses Jahres durchhielt, acht Monate länger, als die Ärzte prognostiziert hatten. Als er im Frühjahr 2018 die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bekommt, beschließt er das zu tun, was er immer tat – weiterarbeiten. Von heute an ist „Post mortem“ (verlegt bei C. Bertelsmann) im Buchhandel.

          Hannes Hintermeier

          Verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton.

          Eigentlich plante Jürgs eine Romanbiographie über die Enkelin Theodor Fontanes, die Schauspielerin Thea de Terra. Aber dann hatte doch das eigene Ableben Vorfahrt. Überhaupt Fontane: Ein „Zeitungsschreiber“, der ins Romanfach wechselte. Während Jürgs nach seinem Rauswurf als „Stern“-Chefredakteur – er hatte die Wiedervereinigung nicht so toll gefunden und das den Lesern unter der Überschrift „Sollen die Zonis bleiben, wo sie sind?“ mitgeteilt – zum Sachbuchautor umschulte und erfolgreich war.

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