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Als Held der Serben gefeiert : Peter Handke, überlebensgroß

Peter Handke nimmt in Belgrad den den Orden des Karadjordje-Sterns der ersten Stufe entgegen. Bild: AFP

Eine Fußnote zum Nobelpreis: Der Schriftsteller nimmt Preise entgegen und geht auf Jubeltournee bei den serbischen Freunden.

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          Außer dem Nobelpreis für Literatur hat Peter Handke auch viele andere Ehrungen erhalten, und gerade sind wieder einige hinzugekommen. Am vergangenen Freitag nahm Handke in Banja Luka den höchsten Orden der bosnischen Serbenrepublik entgegen. Er steht nun in einer Reihe mit anderen berühmten Trägern dieser Auszeichnung, so den zu lebenslanger Haft verurteilten bosnisch-serbischen Kriegsverbrechern Ratko Mladić und Radovan Karadžić oder dem serbischen Rechtsradikalen und einstigen Freischärlerführer Vojislav Šešelj. „Dies ist ein großer Augenblick für mich“, sagte Handke in Banja Luka.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Groß, sogar überlebensgroß, ist auch das Denkmal, das man ihm zu Ehren in der Stadt errichtet hat und das dem Original bei dieser Gelegenheit gezeigt wurde. Empfangen wurde Handke von Bosniens Serbenführer Milorad Dodik. Der behauptet seit Jahr und Tag, in Srebrenica, wo Mladićs Truppen in Ausführung von Karadžićs Politik 1995 mehr als siebentausend bosnische Muslime erschossen, hätte sich kein Völkermord ereignet. Stattdessen lässt er in seinem knapp die Hälfte des Landes umfassenden Machtbereich in Bosnien Denkmäler und Erinnerungstafeln für die Täter von damals aufstellen.

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