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Ist Thomas Manns „Zauberberg“ ein Ort der Dekadenz, der Flucht oder ein Ort der Freiheit? Christoph Eichhorn und Ann Zacharias als Hans Castorp und Fräulein Elly in einer Verfilmung aus dem Jahr 1981 Bild: Picture-Alliance

Auf Besuch eines Lebens : Was ist das, die Zeit in der Pandemie?

  • -Aktualisiert am

„Je, den Düwel ook, c’est la question, ma très chère demoiselle!“ Eine Antwort mit einem alten kapitalistischen Bonmot, Thomas Mann und meinem Vater. Ein Gastbeitrag.

          8 Min.

          Es gibt einen Satz, der mir das letzte Jahr zusammenzufassen scheint, besser als alle tagespolitischen Kommentare, virologischen Erklärungen und mal mehr, mal weniger hellsichtigen Einwürfe: „Er fuhr auf Besuch für drei Wochen.“

          Es ist Hans Castorp, ein junger Mann aus Hamburg, hanseatischer Strenge und Zeitgenauigkeit verpflichtet, der in Davos Dorf ankommt, auf dem Zauberberg, und an einen kurzen Besuch glaubt. Den Roman habe ich zu Beginn des ersten Lockdowns noch einmal gelesen, als die Zeit plötzlich aus ihrer Routine kam und wir mit ihr. Wenn das alte kapitalistische Bonmot noch gilt, wonach Zeit Geld ist, dann wurden wir in diesen Wochen entweder von Reichtum erdrückt, oder wir verarmten vollends, denn diese Währung galt plötzlich nichts mehr und schon gar nicht mehr das, was wir gewohnt waren. Es war ein Börsencrash eigener Art. Dass unser Wohlstand ins Wanken gerät dadurch, dass unsere Zeit, und das meint eben auch Lebenszeit, mit einem Mal anders verstreichen würde, das hatte wohl niemand erwartet.

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