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Mit der Bahn durchs ganze Land : 40 Stunden, 2600 Kilometer, 100 Geschichten

  • -Aktualisiert am

Ein Dampfross wie aus der Welt von Jaroslav Rudiš’ Comic-Helden Alois Nebel: hier in Wernigerode am Harzrand. Bild: Jaroslav Rudiš

Jaroslav Rudiš ist der größte Eisenbahnfan unter den Schriftstellern. Mit einer nur am Wochenende gültigen Netzkarte hat er kürzlich ganz Deutschland bereist. Hier erzählt er, wie das war.

          8 Min.

          0.34 Uhr, Leipzig Hbf

          Die Eisenbahnkathedrale von Leipzig ist wie leergefegt und überflutet von einem weichen gelben Licht, das alles ganz sanft in die Arme nimmt. Bahnsteige und Gleise, Züge und Sitzbänke, die Reisenden.

          Der IC95 Wienerwald fährt pünktlich ab, und vor uns liegen 35 Stunden Eisenbahn. Eigentlich sind es insgesamt vierzig, denn jeder von uns hat die Reise schon früher begonnen, jeder an seinem Ort. Seit langem wollten wir diese Reise machen, und der Treffpunkt hieß von Anfang an Leipzig Hauptbahnhof. So viel Eisenbahn, wie es nur geht. Wir drei sind: Micha und Michi aus Dresden und ich aus Berlin. Wir lieben die Züge und die Eisenbahn. So haben wir dreitausend Bonuspunkte bei der Deutschen Bahn gegen eine Netzkarte für die Erste Klasse getauscht und sitzen jetzt oben im Doppelstockwagen Richtung Abenteuer. Unser Fahrschein gilt den ganzen Samstag von null Uhr bis Sonntag zehn Uhr in allen Zügen und auf allen Strecken in Deutschland. Wir möchten Berge sehen und im Meer baden. Wir möchten die drei schönsten Flüsse Mitteleuropas auf einer Eisenbahnbrücke überqueren. Die Donau, den Rhein, die Elbe. Wir möchten in München Weißwurst und Weißbier frühstücken. Und ein Fischbrötchen an der Ostsee.

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