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Strafanzeige gegen Houellebecq : Eine Äußerung von erstaunlicher Brutalität

  • -Aktualisiert am

Wenn er geschwiegen hätte, wäre er zwar auch nicht zum Philosophen geworden, hätte sich aber im Gespräch mit Michel Onfray nicht so verstiegen: Michel Houellebecq. Bild: AFP

In einem Interview hatte der französische Schriftsteller Michel Houellebecq zum Widerstand gegen die Islamisierung seines Landes aufgerufen. Dafür ist er jetzt angezeigt worden: vom wichtigsten Vertreter des Islams in Frankreich.

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          Das Gespräch zwischen dem Schriftsteller Michel Houel­lebecq und Michel Onfray in der Zeitschrift „Front Populaire“ (F.A.Z. vom 17. De­zember 2022) nimmt eine juristische Wendung: Chems-eddine Hafiz, Rektor der Großen Moschee von Paris, hat Strafanzeige gegen Houellebecq erstattet. In einer Erklärung zitiert er Gesprächspassagen, in denen Houellebecq vorhersagte, dass sich Franzosen bewaffnen und „Attentate und Schießereien in Moscheen“ veranstalten würden – „kurz: umgekehrte Bataclans“.

          Auch solche Folgerungen des Romanciers stoßen dem Rektor auf: „Der Wunsch der französischstämmigen Bevölkerung, wie man sie nennt, ist nicht, dass sich die Muslime anpassen, sondern dass die aufhören, sie zu bestehlen und anzugreifen, dass insgesamt deren Gewalt abnimmt, dass sie die Leute und das Gesetz respektieren. Oder, das wäre die andere Lösung, dass sie weggehen.“

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