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Vorlass von Martin Walser : Zwei Transporter voll handbeschriebener Seiten

25.000 Seiten in 75 Bänden: Martin Walsers Tagebücher Bild: DLA Marbach

Seit sieben Jahrzehnten gehört Martin Walser zu den zentralen Gestalten der deutschen Gegenwartsliteratur. Jetzt wurde sein Vorlass feierlich dem Deutschen Literaturarchiv übergeben. Und der Fünfundneunzigjährige hat mitgefeiert.

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          In den Vitrinen im Foyer des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, wo sonst die jüngsten Publikationen des Hauses ausgestellt werden, liegen Aquarellarbeiten der Malerin Cornelia Schleime. Sie gehören zu Martin Walsers „Traumbuch“. Es ist sein jüngstes Werk und in diesem Frühjahr erschienen, 67 Jahre nach dem Debütband „Ein Flugzeug über dem Haus und andere Geschichten“.

          Hubert Spiegel
          Redakteur im Feuilleton.

          Draußen beträgt die Temperatur an diesem Sonntagnachmittag etwa 32 Grad. Martin Walser, so wird kurz nach 16 Uhr dem Publikum im Saal mitgeteilt, werde sich ein wenig verspäten. Die Hitze, natürlich, man versteht das. Man hätte auch verstanden, wenn der Fünfundneunzigjährige der Veranstaltung ferngeblieben wäre. Mehr als zweieinhalb Stunden später hat man aber noch etwas anderes verstanden: Auch zehn fliehende Pferde hätten Martin Walser vermutlich nicht davon abhalten können, der feierlichen Übergabe des Martin-Walser-Archivs seinen Stempel aufzudrücken.

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