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Neue Frankfurter Schule : Lyriker und Satiriker F.W. Bernstein gestorben

  • Aktualisiert am

F.W. Bernstein (1938 - 2018). Bild: Britta Frenz

Er gehörte zu den Gründern der Neuen Frankfurter Schule, der er mit dem berühmten Zweizeiler „Die schärfsten Kritiker der Elche/waren früher selber welche!“ das Motto gab. Nun ist F.W. Bernstein im Alter von achtzig Jahren gestorben.

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          Der Zeichner, Dichter und Satiriker Fritz Weigle, alias F.W. Bernstein, ist am Donnerstag im Alter von achtzig Jahren gestorben. Dies teilte das Caricatura Museum Frankfurt mit. Bekannt wurde er durch seine Arbeiten für die Satiremagazine „Pardon„ und „Titanic“. Er war neben Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid, F.K. Waechter, Chlodwig Poth, Bernd Eilert, Peter Knorr und Hans Traxler Mitgründer der Neuen Frankfurter Schule und wirkte als Professor für Karikatur und Bildgeschichte in Berlin.

          Geboren wurde F.W. Bernstein als Fritz Weigle am 4. März 1938 in Göppingen. Nach seinem Abitur 1957 studierte er an der Kunstakademie Stuttgart, wo er Robert Gernhardt kennen lernte. Später wechselte er an die Hochschule der Künste Berlin. 1964 trat Bernstein mit Robert Gernhardt in die Redaktion der Zeitschrift „Pardon“ ein, zu der schon Chlodwig Poth, Hans Traxler und F.K. Waechter gehörten. Bei „Pardon“ war F.W. Bernstein für die Beilage „Welt im Spiegel“, kurz WimS..

          Das „Sperrigste und Eigenartigste“

          Die Gruppe der fünf Zeichner und drei Autoren, von denen ein Teil 1979 das Satiremagazin „Titanic“ gründete, wurde unter dem Namen Neue Frankfurter Schule bekannt. Dieser gab F.W. Bernstein mit dem Zweizeiler „Die schärfsten Kritiker der Elche/waren früher selber welche!“ ihr Motto. Oliver Maria Schmitt, ehemaliger „Titanic“-Chefredakteur, weist F.W. Bernstein eine besondere Stellung in der Neuen Frankfurter Schule zu. Er sei „nicht nur der Einzige, aus dem was Ordentliches geworden ist..., sein Werk ist das im Gruppenkreise mit sicherem Abstand Sperrigste und Eigenartigste“.

          Damit spielt Schmitt darauf an, dass F.W. Bernstein als Lehrer in den Schuldienst ging. Er war Akademischer Rat an der Pädagogischen Hochschule Göttingen und dozierte an der Hochschule für Bildende Kunst Kassel. 1984 wurde er auf die weltweit einzige Professorenstelle für Karikatur und Bildgeschichte an der Hochschule der Künste Berlin berufen.

          F.W. Bernstein wurde durch seine lyrischen und satirischen Werke bekannt. Gemeinsam mit Robert Gernhardt und F.K. Waechter entstand „Die Wahrheit über Arnold Hau“ (1966), „Lehrprobe – Report aus dem Klassenzimmer“, veröffentlicht 1969 unter dem Namen Fritz Weigle, sowie „Bernsteins Buch der Zeichnerei – Ein Lehr-, Lust-, Sach- und Fach-Buch sondergleichen“ (1989). Zuletz erschien der Gedichtband „Frische Gedichte“ (2017) als Nachtrag zu „Die Gedichte“ (2003).

          Frankfurter Anthologie : F. W. Bernstein: „Vom Sinn“

          Das zeichnerische Werk F.W. Bernsteins wurde in vielen Ausstellungen gewürdigt. Mehr als dreitausend Zeichnungen befinden sich allein im Besitz des Caricatura Museums Frankfurt, für dessen Gründung F.W. Bernstein mitverantwortlich war, wie das Museum schreibt.

          2003 erhielt F.W. Bernstein den Göttinger Preis für Satire „Göttinger Elch“, der nach seinem Zweizeiler benannt wurde, sowie im selben Jahr den Preis der Binding-Kulturstiftung. 2007 erhielt er den „Heinrich-Schickhardt-Preis" der Stadt Göppingen, 2008 den Wilhelm-Busch-Preis sowie den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, 2011 den Deutschen Karikaturenpreis für sein Lebenswerk. Am 14. März 2018 wurde er mit dem Ludwig-Emil-Grimm-Preis der Stadt Hanau geehrt.

          F.W. Bernstein hinterlässt seine Frau Sabine und zwei Kinder.

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