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Ägyptischer Nobelpreisträger : Museum für Nagib Machfus in Kairo eröffnet

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Der ägyptische Schriftsteller Nagib Machfus bei einem Besuch seines Lieblingscafés in Kairo im Oktober 1988. Bild: AFP

Der vor mehr als einem Jahrzehnt verstorbene Nobelpreisträger Nagib Machfus gilt als Vater der modernen arabischsprachigen Literatur. Nun endlich erinnert ein Museum an ihn.

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          Mit jahrelanger Verspätung ist in Ägypten ein Museum zu Ehren des verstorbenen Nobelpreisträgers Nagib Machfus eröffnet worden. Das teilte das Antikenministerium am Sonntag mit. Das Museum liegt in Kairos historischem Stadtkern, der zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Dort spielen auch die meisten Romane des Schriftstellers. Machfus war 2006 im Alter von 94 Jahren gestorben.

          Er war der erste und bisher einzige arabischsprachige Autor, der den begehrten Literaturpreis in dessen hundertachtzehnjähriger Geschichte erhalten hat. Machfus gilt als Vater der modernen arabischsprachigen Literatur. Seine aus drei Romanen bestehende „Kairoer Trilogie“ machte ihn weltberühmt, den Nobelpreis erhielt er 1988.

          Der Museumsbau war bereits 2006, im Todesjahr des Autoren, beschlossen worden. Berichten zufolge zog sich das Projekt erst wegen übermäßiger Bürokratie hin und verzögerte sich nach der Revolution von 2011 weiter. Nun sind dort Manuskripte, Übersetzungen, persönliche Gegenstände und Preise des Autors zu sehen. Machfus hinterließ 35 Romane sowie zahlreiche Kurzgeschichten, Dramen und Drehbücher. Mehrere seiner Werke sind verfilmt worden.

          1994 hatte ein islamistischer Extremist Machfus vor dessen Haus mit einem Messer angegriffen und verletzt. Die Attacke beeinträchtigte seine Schreibfähigkeit deutlich. Dennoch schrieb Machfus auch noch im hohen Alter unter anderem eine Kolumne für die staatliche Zeitung „Al Ahram“.

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