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Autorin Tsitsi Dangarembga : Die Erzählerin vom Aufbruch Simbabwes

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Feinfühlige Beobachterin: Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga Bild: EPA

Sie vertraut auf die Mittel des bürgerlichen europäischen Romans: Wie ich die Literatur der Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga in einem Überlandbus nach Masvingo entdeckt habe. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Die Frankfurter Buchmesse des Jahres 1989 stand unter dem grimmigen Vorzeichen eines Todesurteils gegen Salman Rushdie. Die Fatwa beherrschte fast jedes Gespräch. Mut und Ohnmacht reichten sich auf überfüllten Gängen flüchtig die Hand. Von den kommenden epochalen Ereignissen war wenig zu spüren. Auf einer offiziösen Pressekonferenz wurde erklärt: „Es gibt keine Alternative zur DDR und zum sozialistischen Verlagswesen.“ Die Auseinandersetzung mit dem Islam und der Zusammenbruch der Sowjetunion und seiner Satellitenstaaten sollten mein weiteres Leben prägen, aber im Herbst 1989 interessierte ich mich nur für eines: die afrikanische Literatur. Ich hatte gerade einen Verlag gegründet, im Alter von 24 Jahren, ohne Geld und Berufserfahrung, aber mit dem missionarischen Furor, Afrika nach Germania zu bringen.

          Auf dem Stand des Baobab-Verlags aus Simbabwe drückte mir eine engagierte Verlegerin einen dünnen Roman in die Hand. Am Ende eines langen Tages verpasste ich am Hauptbahnhof meine Tram und begann zu lesen. Sofort zog mich die Klage einer Farmarbeiterin im knochigen Schatten einer Schamanin aus alter Zeit in den Bann. Ich las in der Tram, ich las auf der Couch des Freundes, bei dem ich übernachtete, las die halbe Nacht hindurch. Am nächsten Tag erwarb ich die Übersetzungsrechte.

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