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Gespräch mit David Grossman : „Die Siedler sind gefährlich für Israel“

„Wenn Trump den Israelis dabei hilft, die Besatzung aufrechtzuerhalten, dann ist er kein Freund, er ist fast ein Feind Israels.“ (David Grossman) Bild: Xinhua/Laif

Was sind Trumps Nahostpläne, wo sind die Grenzen der Freundschaft, was kann Literatur im postfaktischen Zeitalter? Der israelische Schriftsteller David Grossman im Gespräch.

          8 Min.

          Es ist früh am Morgen, als David Grossman zusammen mit seiner Tochter in den Garten der Villa kommt, in der er im Rahmen der Lit:Potsdam gerade für ein paar Tage als „Writer in Residence“ eingeladen ist. Seine Tochter hat eine deutsche Psychologie-Zeitschrift im Arm, die sie jetzt lesen will, und verschwindet irgendwo. Zehn Jahre ist es her, dass wir nach den israelischen Literaturtagen in Elmau zusammen Zug gefahren sind von Garmisch nach München. Er könne an solchen Orten die Vorstellung einfach nicht vertreiben, dass die Nazis in Waldschlössern dieser Art einst ihre Partys gefeiert haben, sagte er da. Geht mir immer noch so, meint er jetzt. Am Abend zuvor hat er aus „Kommt ein Pferd in die Bar“ gelesen und muss später noch zum Bundespräsidenten, mit dem er seit Jahren befreundet ist.

          Julia Encke

          Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In Ihren Essays, die jetzt auf Deutsch erschienen sind, gibt es einen Text, der mich besonders interessiert hat. Darin erzählen Sie, wie Sie, als Sie an Ihrem großem Israel-Epos „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ gearbeitet haben, Ihrer Hauptfigur Ora irgendwann einen Brief geschrieben haben. Wäre es für Sie ein völlig abwegiger Gedanke, ihr heute, zehn Jahre später, wieder zu schreiben?

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