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Gefürchteter Comic „Titeuf“ : Ich hätte mir gewünscht, dass man über Sexualität lachen kann

Titeuf gibt es gedruckt und sogar auf einer Hauswand - in Onex bei Genf, wo sein Schöpfer geboren wurde. Bild: EPA

Unter Frankreichs Jugendlichen ist Titeuf so bekannt wie Asterix. Brasiliens Präsident fürchtet ihn wie der der Teufel das Weihwasser. Dabei hat sein Schöpfer bei seiner Figur vor allem an sich selbst gedacht: als Kind.

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          „Man kann nur hoffen, dass er es mit seinen anderen Wahlversprechen nicht ganz so ernst nimmt“, kommentiert der Comic-Autor Philippe Chappuis, besser bekannt als „Zep“, die ersten Amtshandlungen des neuen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro: „Er hat ja auch gesagt, dass er die Armen sterilisieren, die Favelas bombardieren und den Frauen das Arbeiten verbieten wolle.“ Zeps Comic-Album „Das große Piephahn-Lexikon“ über seinen zehn Jahre alten Helden Titeuf – die deutsche Übersetzung erschien 2002 – jedenfalls hat Bolsonaro schon aus den Bibliotheken des Landes verbannt. Auch ihre Säuberung war ein Wahlversprechen.

          Jürg Altwegg

          Freier Autor im Feuilleton.

          Während der Wahlkampagne hatte Bolsonaro den Band in der Nachrichtensendung des führenden Senders TV Globo in die Kamera gehalten und dem Autor vorgeworfen, er verbreite in der jungen Generation Homosexualität und Promiskuität. Der Comic, der von Titeufs Verunsicherung in der Pubertät handelt, stand im Mittelpunkt von Bolsonaros Auseinandersetzung mit Fernando Haddad, seinem Gegner in der Stichwahl. Vor ein paar Jahren wollte Haddad, der damals Unterrichtsminister war, das Werk im Rahmen einer Kampagne „Schule ohne Homophobie“ verwenden. Im Parlament brachte der Abgeordnete Bolsonaro das Projekt zu Fall. Mehrfach hat er inzwischen erklärt, dass der Kulturkampf die Startrampe für seine Kandidatur für die Präsidentschaft gewesen sei.

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