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Kritische „Strahlungen“-Ausgabe : „Ernst Jünger spiegelte eine Authentizität vor, die so gar nicht existierte“

Ernst Jünger als reaktivierter Offizier der Wehrmacht zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, aufgenommen am 24. September 1939 Bild: akg

Gestrichene Zeichen von Schwäche und eine Druckerlaubnis von Joseph Goebbels: Ein Gespräch mit Joana van de Löcht, der Mitherausgeberin der jetzt erscheinenden historisch-kritischen Ausgabe von Ernst Jüngers Kriegstagebüchern.

          12 Min.

          Frau van de Löcht, die „Strahlungen“, Ernst Jüngers Tagebücher von 1939 bis 1948, haben in der von Ihnen und Helmut Kiesel herausgegebenen kritischen Ausgabe fast 2400 Seiten. Am morgigen Samstag kommen sie als dreibändige Ausgabe heraus. Wer soll das alles lesen?

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Außer einigen eingefleischten Jünger-Lesern werden wohl nur wenige alle drei Bände samt Apparat und Kommentar lesen. Darauf ist das Projekt auch nicht angelegt. Historisch-kritische Ausgaben richten sich nie an ein Massenpublikum. Sie können aber auf ein langfristiges Interesse zählen. Wir wollen durch diese Edition ein bedeutendes, aber auch umstrittenes zeitgeschichtliches Dokument in angemessener historischer Aufbereitung zugänglich machen. Jünger ist einer der relevanten Autoren der Moderne, der zentrale Ereignisse der deutschen und europäischen Geschichte persönlich miterlebt hat. Im Unterschied zum Jünger des Ersten Weltkriegs und der Zwanzigerjahre haben wir es bei den „Strahlungen“ zudem mit einem gereiften Autor zu tun, der ein extrem breites literarisches und historisches Interesse in seine Texte einfließen lässt. Ich bin durch die editorische Arbeit immer wieder an Ideen und Texte geraten, die ich ohne Jünger vielleicht erst nach Jahrzehnten entdeckt hätte. Jünger lesen bildet ungemein.

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