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Die modernste Erzählform : Was wir sehen, wenn wir Comics lesen

  • -Aktualisiert am

Worauf fokussiert man? Auf die Protagonistin aus „Blutspuren“ oder den Getränkeständer? Bild: Edition Moderne

In dieser Erzählform kommt die Erkenntnis, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt, anschaulich zum Zuge: Die Comiczeichnerin Rutu Modan erklärt, was einen guten Comic ausmacht. Ein Gastbeitrag.

          8 Min.

          Ich wurde in einem Krankenhaus geboren. Das ist keine banale Feststellung, sondern so gemeint, wie andere Menschen sagen „Ich wurde in Australien geboren“ oder „Ich wurde in den Sechzigern geboren“. Meine Eltern arbeiteten beide als Ärzte in einem großen israelischen Krankenhaus, für dessen Personal es in unmittelbarer Nähe eine Wohnanlage gab.

          Meine Kindheit war von großer Freiheit geprägt. Unsere Eltern machten viele Überstunden und überließen ihre Kinder sich selbst. Wenn wir von einem Baum fielen oder in einen rostigen Nagel traten, marschierten wir einfach auf die entsprechende Station und baten um Versorgung einer Platzwunde oder eine Tetanusimpfung. Auf dem Weg zur Abteilung meiner Mutter kam ich zunächst am Hof des Hospizes vorbei, in den todgeweihte Patienten zum Sonnen gebracht wurden, dann musste ich durch die Chirurgie, wo es von Notfällen nur so wimmelte, schließlich die Epidemiologie zu passieren, wo immer eine ungenutzte Schreibmaschine stand, auf der sich Geschichten tippen ließen.

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