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Der bestohlene Blogger Airen im F.A.Z.-Gespräch : Das habe ich erlebt, nicht Helene Hegemann

  • Aktualisiert am

Airen Bild: Verlag

Durch einen spektakulären Plagiatsfall wird das Buch „Strobo“ plötzlich berühmt, doch sein Autor will anonym bleiben. Im Gespräch mit der F.A.Z. äußert sich Airen erstmals zu den Vorgängen. Er erklärt, was er von Helene Hegemanns Übernahmen hält, ob er sich als Opfer fühlt und wie sich sein Leben seither verändert hat.

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          Durch einen spektakulären Plagiatsfall wird das Buch „Strobo“ plötzlich berühmt, doch sein Autor will anonym bleiben. Im Gespräch mit der F.A.Z. äußert sich Airen erstmals zu den Vorgängen. Er erklärt, was er von Helene Hegemanns Übernahmen hält, ob er sich als Opfer fühlt und wie sich sein Leben seither verändert hat.

          Wie fühlen Sie sich, wenn Sie lesen, was jetzt über Ihr Buch geschrieben wird?

          Ich habe seit Montag ganz viel über Helene Hegemann gelesen, aber über „Strobo“ gar nicht viel gehört.

          Airen: Ich würde gerne wissen, was Helene Hegemann gedacht hat

          Hilft Ihnen Ihre Anonymität dabei, zu verkraften, was gerade geschieht?

          Ich gehe davon aus, dass über kurz oder lang rauskommt, wer ich bin. Deswegen habe ich meinen Blog am Anfang oft gewechselt, weil ich fürchtete, dass mich Bekannte oder Kollegen erkennen. Ich hatte erst die Idee, einen Blog über die nächsten zehn Jahre meines Lebens zu machen, habe aber nach fünf Monaten gemerkt, dass ich Angst bekomme. Das geht vielen Bloggern so. Als „Strobo“ herauskam, bin ich nicht davon ausgegangen, dass es jemand lesen wird, der mich wiedererkennt. Ich hoffe jetzt, dass der Trubel bald wieder abflaut, und zum Glück kann man Gesichter noch nicht googeln.

          Das Buch wird berühmt, aber gleichzeitig gefährdet das Ihre Anonymität. Wie gehen Sie damit um?

          Publicity ist natürlich gut, aber ich finde es unangenehm, dass ich durch einen Skandal ans Tageslicht gezerrt werde. Wahrscheinlich geht es Helene Hegemann genauso. Ich habe ihren Roman gelesen, es ist genau die Art von Buch, die ich gern lese, aber es wäre auch ohne meine Stellen cool gewesen. Ich würde gern wissen, was Helene Hegemann gedacht hat. Was ich geschrieben habe, habe ich durchlitten - gottseidank bin ich ohne Krankheit davon gekommen. Das ist kein Roman, das ist mein Leben gewesen. Ich habe mir das nicht ausgedacht. Helene Hegemann hat das nicht erlebt. Ich habe das so erlebt.

          Stimmt es, dass es noch viel mehr parallele Stellen gibt als bisher bekannt?

          Da ich meine eigenen Texte natürlich besser kenne als Deef Pirmasens, der als erster über die Parallelen berichtet hat, sind mir schon sehr viel mehr Stellen aufgefallen. Ich habe heute gehört, dass diese Stellen in zukünftigen Ausgaben von „Axolotl Roadkill“ gekennzeichnet werden sollen. Wenn das wirklich geschieht, ist das Thema damit für mich vom Tisch.

          Wie viel von der Figur Airen sind Sie?

          Airen bin ich. Was im Buch steht, habe ich erlebt. Ein paar Sachen habe ich zeitlich umgestellt, aber es ist alles passiert.

          Sind Sie immer noch Airen?

          Nicht mehr. Ich habe die Arbeit am Buch im September 2008 abgeschlossen. Dann bin ich nach Mexiko gegangen und habe eine Frau kennengelernt, mit der ich inzwischen verheiratet bin und die ich sehr liebe. Ich habe das Blog geschlossen, weil ich nichts mehr zu sagen und nichts mehr zu schreiben hatte. Das Bedürfnis war weg, mein Leben ist anders geworden. Das Buch war ein Schrei nach Liebe, und die habe ich jetzt gefunden.

          Warum haben Sie begonnen, Blogs zu schreiben?

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