https://www.faz.net/-gr0-99v8g

Mit 90 Jahren : Schriftsteller Ludwig Harig ist tot

  • Aktualisiert am

öffentliches Leben als Schreiber dauerte mehr als ein halbes Jahrhundert im Jahr 2007 Bild: Daniel Pilar

Der Böll-Preisträger Ludwig Harig ist am Wochenende in seinem Heimatort Sulzbach/Saar verstorben, wie der Saarländische Rundfunk berichtet.

          Der Schriftsteller Ludwig Harig ist tot. Wie der Saarländische Rundfunk (SR) am Sonntag unter Berufung auf Familienmitglieder des Autors berichtete, verstarb Harig am Samstag in seinem Heimatort Sulzbach. Er wurde 90 Jahre alt.

          Harig öffentliches Leben als Schreiber dauerte mehr als ein halbes Jahrhundert. Er war Lehrer, ehe er sich ab Mitte der 1970er Jahre ganz der Literatur widmete. In seiner Anfangsphase schrieb Harig vor allem Lyrik und experimentelle Texte, aber auch Hörspiele. Sein literarischer Durchbruch gelang ihm mit einer autobiografischen Roman-Trilogie: „Ordnung ist das ganze Leben“ (1986), „Weh dem, der aus der Reihe tanzt“ (1990) und „Wer mit den Wölfen heult, wird ein Wolf“ (1996). Darin beschäftigte er sich mit seiner Kindheit im Saarland in den 1930er Jahren. Im Mittelpunkt von „Ordnung ist das ganze Leben“, stehen der Vater des Autors und seine Kriegserlebnisse. Immer wieder beschrieb Harig auch die verführerische Kraft des Nationalsozialismus während der Kriegsjahre.

          Harig wurde mehrfach ausgezeichnet. 1987 erhielt er den Heinrich-Böll-Preis, 1995 den Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. Er war Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt und der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur. 2005 wurde er mit dem Preis der Frankfurter Anthologie geehrt.

          Weitere Themen

          „Valley Of The Boom“ Video-Seite öffnen

          Trailer : „Valley Of The Boom“

          „Valley Of The Boom“ läuft am Sonntag, 20.1. beim Abokanal National Geographic.

          Armut verdient großes Kino

          Film „Capernaum“ : Armut verdient großes Kino

          Nadine Labaki ist im Libanon „La Superstar“. Jetzt kommt ihr Film „Capernaum – Stadt der Hoffnung“, in dem ein Kind seine Eltern verklagt, ins Kino. Die Laiendarsteller bringen ein Stück Realität in die Fiktion.

          Topmeldungen

          Michael Cohen : „Trump stiftete zum Meineid an“

          Donald Trump droht neues Ungemach im Zusammenhang mit seinen Russland-Kontakten. Zeugen berichten von einer Aussage Cohens, die es in sich hat. Erste Demokraten fordern ein Amtsenthebungsverfahren.

          Spaltung durch Brexit : Kann ein zweites Referendum die Briten versöhnen?

          Am Montag muss Theresa May dem Parlament einen „Plan B“ für ihr abgelehntes Brexit-Abkommen vorlegen. In der Labour-Partei fordern viele ein zweites Referendum. Doch der Vorschlag ist umstritten. Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.