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Claudia Rankine : Warum ist es so schwierig, über Rassismus zu reden?

Möglicherweise gibt es Hoffnung: Dichterin Claudia Rankine Bild: Picture-Alliance

Mit einem aufsehenerregenden Experiment hinterfragte die Dichterin Claudia Rankine die Privilegien weißer Männer. In Berlin erklärt sie nun, was es mit dem Weißsein auf sich hat.

          5 Min.

          Vertrau den Weißen nicht. Das sagte ihre Mutter, als sie in die Vereinigten Staaten einwanderten. Geh den weißen Männern aus dem Weg. Das sagt ihre Schwester heute noch. Aber Claudia Rankine, Professorin in Yale, mit zahlreichen der prestigeträchtigsten amerikanischen Literaturpreise ausgezeichnete Dichterin, Theaterautorin und Essayistin, folgte diesen fiktionalisierten familiären Ratschlägen ausdrücklich nicht. Im Gegenteil. Sie wollte herausfinden, was es mit dem Weißsein auf sich hat.

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          „The Constructions of Whiteness“ heißt der Kurs in Yale, den sie zu dieser Frage unterrichtet. Ein Pfad in die Erforschung dieser sozialen Konstruktionen vermeintlich „rassischer“ Gegebenheiten hinein ist die Untersuchung der Einwanderungsgesetze. Im Gespräch erklärt Claudia Rankine, das erste amerikanische Einwanderungsgesetz habe etwa um das Jahr 1790 herum das Wahlrecht einzig weißen angelsächsischen Männern mit Grundbesitz zugestanden. So fing es an mit dem Weißsein. Im zwanzigsten Jahrhundert hätten sich dann die Iren und die Italiener darum bemüht, durch Grunderwerb sich quasi ins Weißsein einzukaufen.

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