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Bundespräsident als Juror : Börne-Preis für Christoph Ransmayr

  • Aktualisiert am

Erhält den Börne: Christoph Ransmayr. Bild: Archiv

Christoph Ransmayr erhält den Börne-Preis 2020. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der ihn in diesem Jahr vergibt, würdigt den Schriftsteller für „genaue Weltbeobachtung und tiefe Menschlichkeit“.

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          Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier  vergibt in diesem Jahr als Preisrichter den Ludwig-Börne-Preis 2020. Als Preisträger hat er den österreichischen Schriftsteller und Essayisten Christoph Ransmayr ausgewählt. Dies teilte die Ludwig-Börne-Stiftung am Mittwochmorgen mit.

          „Die Reden und Reportagen Ransmayrs zeichnen sich durch genaue Weltbeobachtung und tiefe Menschlichkeit aus. In Zeiten geprägt von Uneinigkeit und Abgrenzungen hält er auf emphatisch-aufklärerische Weise das Einende hoch. Weder Nation, noch Konfession, noch Stand, noch Geschlecht sind es, die für ihn zählen, sondern allein die Gleichheit der Menschen und das Geheimnis der Existenz“,  schreibt der Bundespräsident in seiner Begründung.

          Der 1954 in Oberösterreich geborene Ransmayr ist bekannt für seine Romane, darunter „Die letzte Welt“ (1988), „Der fliegende Berg“ (2006) und „Cox oder Der Lauf der Zeit“ (2016), aber auch für Essayistik und  Reisereportagen, wie man sie in „Der Weg nach Surabaya“ (1999) oder „Atlas eines ängstlichen Mannes“ (2012) lesen kann. Ransmayr hat die Geschichte Europas als eine „der Eroberung, der Ausbeutung, der Sklaverei und des Völkermords“ bezeichnet, so in seiner Rede zum Würth-Preis (2018), und darin gesagt, dass die Europäer ihre Rechnungen aus der Kolonialzeit nie gezahlt haben.

          Der Börne-Preis, der an den jüdischen Schriftsteller und Essayisten Ludwig Börne erinnert, wird im Rahmen einer Feierstunde in der Frankfurter Paulskirche am 17. Mai überreicht und ist mit 20.00 Euro dotiert. Bisherige Preisträger waren unter anderem Jürgen Kaube, Mitherausgeber der F.A.Z. (2015), Frank Schirrmacher, der verstorbene Mitherausgeber der F.A.Z. (2009), Marcel Reich-Ranicki, der frühere Literaturchef dieser Zeitung (2010), die Journalistin Souad Mekhennet von der „Washington Post“, die ebenfalls für diese Zeitung schrieb (2018), Joachim Gauck (2011), Rüdiger Safranski (2017) und im vergangenen Jahr die Schriftstellerin Eva Menasse.

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