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Schirrmacher-Biografie : Mythos und Alltag

  • -Aktualisiert am

Frank Schirrmacher im Jahr 2010 auf der Buchmesse Bild: Julia Zimmermann

Wie man wurde, der man war: Frank Schirrmacher durchschritt den George-Kreis, die Suhrkamp-Kultur und schließlich eine Zeitungsredaktion. Ein Auszug aus der neuen Biografie über den ehemaligen F.A.Z.-Herausgeber.

          10 Min.

          Unsere Postkutsche ist das Telegramm. Schirrmacher hat ja noch Telegramme geschrieben, war mein erster Gedanke, als ich einen Umschlag öffnete, den mir das Amsterdamer Literaturmuseum geschickt hatte. Er enthielt Kopien der Korrespondenz des zwanzigjährigen Studenten Schirrmacher mit Wolfgang Frommel, einem Anhänger des Dichters Stefan George. Briefe, Postkarten und eben auch Telegramme. Telegramme waren die ersten Medien, mit denen Frank Schirrmacher dramatische Effekte erzeugen konnte. Dem exzessiven, langsamen Brief folgte das schnelle, kurze Telegramm. Der großen Erwartung, die er mit einem Besuch beim bewunderten Gegenüber verband, ging die atemlose Verkündigung dieses Besuchs voran.

          Als ich nun anfing, die Briefe zu lesen, fühlte ich mich nicht einfach ins Jahr 1980 zurückversetzt, ein Jahr, in dem, sagen wir, die Sowjetunion eben erst in Afghanistan einmarschiert war und die Sommerzeit wieder eingeführt wurde. Nein, ich war in eine restlos untergegangene Welt eingetaucht. In eine Welt, in der die Gedanken und Gefühle tief im Innern verschlossen waren, in der die Rede von einem Bund ist, von der Kraft des großen, währenden Augenblicks und großer, glückerfüllter Freundschaft, die den Wendepunkt in seinem Leben markiere.

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